Die in Kiel in einem Müllsack gefundenen Menschenknochen sollen am Mittwoch rechtsmedizinisch untersucht werden. Bisher seien Identität und weitere Hintergründe völlig unklar, sagte Polizeisprecher Bernd Triphahn der Nachrichtenagentur dpa. „Wir gehen von einer Person aus, die vollkommen skelettiert ist“, ergänzte Oberstaatsanwalt Axel Bieler.

Einen Zusammenhang mit dem Fall des seit 2010 vermissten Türken Tekin Bicer schließt die Polizei nach ersten Untersuchungen unterdessen aber aus. „Wir gehen davon aus, dass es nicht Herr Bicer ist“, erklärte Bieler. Ein Rocker-Aussteiger hatte im vergangenen Jahr angegeben, er habe durch Hörensagen erfahren, Hells Angels hätten den Türken ermordet und die Leiche in einer Lagerhalle in Altenholz bei Kiel einbetoniert. Die wochenlange Suche danach blieb im vorigen Jahr aber erfolglos.

Den Müllsack mit den Leichenteilen hatte eine 21-jährige Autofahrerin am Dienstagabend im Stadtteil Elmschenhagen entdeckt, als sie an einer roten Ampel warten musste. „Sie sah, dass Knochen aus dem Sack in der Böschung hinter der Leitplanke herausragten und verständigte die Polizei“, sagte ein Sprecher.

Spurensicherung und Mordkommission fuhren zu dem Fundort an der Bundesstraße 76. Der große blaue Sack mit den weitgehend skelettierten menschlichen Überresten wurde in die Rechtsmedizin gebracht. Ob es sich um Knochen eines Kindes oder eines Erwachsenen handelte, konnte die Polizei zunächst nicht definitiv sagen. Es sei aber eher von einem Erwachsenen auszugehen, sagte Sprecher Triphahn. Die Kriminalpolizei geht derzeit davon aus, dass der Müllsack schon vor mehreren Monaten dort abgelegt wurde.. (dpa)