Greta Thunberg trifft Papst Franziskus: „Klimakrise geht nicht in den Urlaub“

Berlin - Die schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg trifft Papst Franziskus bei der Generalaudienz am kommenden Mittwoch in Rom. Die 16-Jährige gehört zum Kreis der Besucher, die den Papst auf dem Petersplatz begrüßen dürfen, sagt der Vatikansprecher der dpa.

Thumberg will am kommenden Freitag an einem Schulstreik in Rom teilnehmen. „Ich weiß, dass das ein Feiertag ist, aber weil die Klimakrise nicht in Urlaub geht, werden wir das auch nicht tun“, schrieb die 16-Jährige am Sonntag auf Twitter.

Sie sei auf dem Weg mit dem Zug zum EU-Parlament, zum italienischen Senat, dem Vatikan und dem Abgeordnetenhaus, schrieb sie zu einem Foto, das sie auf einem schwedischen Bahnsteig zeigt.

Die junge Schwedin streikt seit August 2018 für mehr Klimaschutz weltweit. Ihr Protest hat inzwischen Menschen in der ganzen Welt inspiriert, freitags auf die Straße zu gehen, um für eine strengere Klimapolitik einzutreten.

„Fridays for Future“-Demonstranten sehen in Klimaschutz-Aktivistin Greta Thunberg ein Idol

Berlins katholischer Bischof Heiner Koch verglich die Vorbild-Wirkung der schwedischen Klimaschutz-Aktivistin Greta Thunberg mit der von Jesus Christus. Die „Fridays for Future“-Demonstranten würden in ihr ein Idol sehen, von manchen Politikern und Medien werde Greta als Heldin verehrt, sagte Koch in seinem Bischofswort am Samstag im RBB-Hörfunk

„Mich erinnern die Freitagsdemos ein wenig an die biblische Szene vom Einzug Jesu in Jerusalem“, sagte Koch mit Blick auf die kommende Karwoche, an deren Ende, dem Karfreitag, Christen an den Tod von Jesus am Kreuz erinnern.

„Unsere Gesellschaft braucht echte Propheten“

Jesu Einzug in Jerusalem sei für viele „eine Art Triumphzug für einen Volkshelden“ gewesen. Manche hätten in ihm einen „Propheten, einen nationalen Retter“ gesehen.

Ihm gehe es nicht darum, Greta Thunberg mit dem Vergleich zu einem weiblichen Messias zu machen, sagte Koch und ergänzte: „Ich möchte jedoch daran erinnern, dass unsere Gesellschaft und auch unsere Kirche von Zeit zu Zeit echte Propheten braucht, die auf Missstände und Fehlentwicklungen hinweisen und Lösungswege vorschlagen.“

Dies gelte auch, wenn diese nicht auf ungeteilte Zustimmung stoßen oder Wege wie das Schuleschwänzen „höchst zwiespältig zu bewerten sind“. Gesellschaft und Kirche würden von Vorbildern leben, die verlässlich und bescheiden sind, an denen man sich reiben und von ihnen lernen könne, sagte der Bischof.

Seit mehreren Wochen gehen junge Menschen weltweit freitags für den Klimaschutz auf die Straße, anstatt die Schule oder die Universität zu besuchen. Vorbild ist die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg, die mit einem mehrwöchigen Schulstreik internationale Aufmerksamkeit erlangte. (RND/dpa/ngo)