Athen - Alexis Tsipras ist zu Jahresbeginn als idealistischer Rowdy gestartet, hat sich im Amt des griechischen Regierungschefs aber immer mehr zum gewieften Machtpolitiker gewandelt. Nach monatelangem Hickhack flossen am Donnerstag die ersehnten ersten Milliarden des neuen Hilfsprogramms - und nur Stunden später warf sich der Chef des Linksbündnisses Syriza in einen neuen politischen Kampf, diesmal im Inland. Tsipras verkündete am Abend seinen Rücktritt. Nun gibt es schnelle Neuwahlen. Termin ist der 20. September, wie es aus Regierungskreisen heißt. Das Ziel: Die Ausschaltung seiner innerparteilichen Opposition.

Im Fernsehen wandte sich Tsipras abends wie so oft emotional an das Wahlvolk. Es gelte Bilanz zu ziehen, nun da das dritte Hilfspaket unter Dach und Fach sei. „Sie mit Ihrer Stimme werden entscheiden, ob wir das Land mit der notwendigen Entschlossenheit vertreten haben“, sagte er an die Adresse der Bürger. „Ich fühle die tiefe moralische und politische Verantwortung, Sie nun politisch bewerten zu lassen, was ich gemacht habe - das Richtige und die Fehler, die Erfolge und die Versäumnisse.“ Er brauche ein erneuertes demokratisches Mandat, um mit den internationalen Geldgebern über Schuldenerleichterungen zu verhandeln.

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