Größte Oppositionspartei Frankreichs: Sarkozys UMP heißt jetzt „Die Republikaner“

Frankreichs größte Oppositionspartei, die konservative UMP von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy, ist am Samstag zu einem Erneuerungsparteitag in Paris zusammengekommen. Unter dem neuen Namen Die Republikaner wollen die Konservativen alte Affären und Streitigkeiten abschütteln und sich für die Präsidentschaftswahl 2017 positionieren.

Für den Nachmittag ist die Rede von Parteichef Sarkozy angesetzt, der die Rückeroberung des Elysée-Palastes in zwei Jahren anstrebt. Die Umbenennung der Partei, die seit ihrer Gründung 2002 mit Jacques Chirac und Sarkozy zwei französische Präsidenten stellte, hatte die Basis in einer Abstimmung am Donnerstag und Freitag gebilligt.

Heftige Kritik an neuem Namen

An der von Sarkozy vorangetriebenen Namenswahl gab es jedoch massive Kritik. Vielen Parteianhängern war der Name zu amerikanisch. Attacken kamen aber vor allem aus dem linken Lager, das den Konservativen vorwarf, die Werte der Republik für sich vereinnahmen zu wollen. Ein Eilantrag gegen die Umbenennung scheiterte aber vor Gericht.

Sarkozy war bei der Präsidentschaftswahl 2012 seinem sozialistischen Herausforderer François Hollande unterlegen. Danach war die UMP in eine schwere Krise gerutscht; interne Machtkämpfe und Finanzaffäre erschütterten die Partei. Deshalb machte sich Sarkozy, der im November vergangenen Jahres als Parteichef wiedergewählt worden war, für einen Neustart stark.

Offiziell hat der 60-jährige Sarkozy, der vor allem wegen einer Reihe von Finanzaffären selbst im Visier der Justiz ist, eine erneute Kandidatur für die Präsidentschaft noch nicht angekündigt. Allerdings gilt es als sicher, dass er antreten will. Vorher wird sich der Ex-Präsident aber einer Vorwahl des bürgerlich-konservativen Lagers stellen müssen. Als einer seiner stärksten Konkurrenten gilt der frühere Regierungschef und langjährige Bürgermeister von Bordeaux, Alain Juppé. (afp)