Staatsbegräbnis der Queen: Dieser Antiterror-Spezialist schützt ihre letzte Reise

Londons Polizeichef Mark Rowley befehligt den Großeinsatz der Polizei beim Staatsbegräbnis von Königin Elizabeth II.

Londons Polizeichef Mark Rowley
Londons Polizeichef Mark RowleyImago/Chris Bull

Mit Großlagen kennt Mark Rowley, 57, sich aus. Zuletzt machte er 2018 als Chef der britischen Antiterroreinheit von sich reden, die sich mit den Anschlägen auf den russischen Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter beschäftigte. Die beiden wurden gezielt mit dem Nervenkampfstoff Nowitschok angegriffen – bekanntlich führte der Fall zu einer erheblichen Verstimmung zwischen den Regierungen in London und Moskau.

Jetzt steht Mark Rowley vor einem der größten Einsätze in der Geschichte der Londoner Metropolitan Police: Als ihr Chef ist er für die Sicherheit beim Staatsbegräbnis von Königin Elizabeth II. verantwortlich. Abertausende Menschen haben schon Abschied von der Queen genommen; ihr Sarg ist in Westminster Hall im britischen Parlament aufgebahrt. Am Montag findet dann die Trauerfeier mit Staatsgästen aus aller Welt statt.

Mark Rowley und das Imageproblem der Londoner Polizei

Bereits in den Vortagen wurden in der ganzen Stadt nicht nur Telefonzellen, Briefkästen, abgestellte Autos oder Gullys, sondern auch Passanten kontrolliert, um die Sicherheit von Hunderten Polit- und sonstigen Promis sowie Hunderttausenden Schaulustigen zu gewährleisten. Erst am Freitag wurden im Zentrum der Hauptstadt zwei Polizisten von einem Mann mit einem Messer niedergestochen. Die Lage ist also angespannt.

Mark Rowley wurde im Juli als neuer Leiter der Metropolitan Police ernannt, doch erst jetzt am 12. September vereidigt. Viel Zeit zur Vorbereitung hatte er nicht, immerhin war er schon mal Vizechef in London. Er folgt auf Cressida Dick, die seit 2017 an der Spitze der Polizeibehörde stand. Sie musste wegen der zahlreichen Skandale in der Truppe zurücktreten. Unter anderem ging es um Hass gegen Frauen und Homosexuelle sowie um Rassismus.

Die Londoner Polizei hat ein massives Imageproblem. Auch der Mord an der Londonerin Sarah Everard, die von einem Polizisten vergewaltigt und getötet wurde, beschädigte den Ruf der Metropolitan Police. Der Täter hatte seinen Polizeiausweis dazu benutzt, die Frau unter dem Vorwand gebrochener Corona-Regeln festzunehmen. Später ging die Polizei gewaltsam gegen eine friedliche Mahnwache von Frauen für Everard vor.

Nach dem Staatsbegräbnis der Queen geht die Arbeit für Rowley also erst richtig los.