Berlin - Die Grünen-Vorsitzende Simone Peter hat die jüngsten Äußerungen des FDP-Vorsitzenden Christian Lindner zur Flüchtlingspolitik kritisiert und ihm „populistische Plattitüden“ vorgeworfen. „Das entspricht nicht meinem Niveau, um dezidiert darauf einzugehen“, sagte sie dieser Zeitung zu Lindners Erklärungen in der „Bild“ und fügte hinzu: „Mit populistischen Plattitüden lassen sich Sondierungen allerdings nicht ernsthaft führen.“

Lindner hatte den Grünen in dem Blatt seinerseits vorgeworfen, mit ihrer Flüchtlingspolitik in der Bevölkerung nicht mehrheitsfähig zu sein. Ihre Positionen auf diesem Gebiet seien „ein Konjunkturprogramm für die AfD“. Der Familiennachzug müsse ausgesetzt bleiben, „weil wir in Schulen und beim Wohnen an der Grenze sind“.

Grüne glauben nicht an Koalitionswillen der FDP

Die Grünen lehnen das ab. In der Partei gibt es zudem seit einiger Zeit Befürchtungen, dass die FDP eine Jamaika-Koalition gar nicht will. Die Liberalen gelten als die einzigen der vier Verhandlungspartner, die sich Neuwahlen relativ risikolos leisten könnten.

Führende Liberale sollen sich auch schon so geäußert haben. Der Vorsitzende der nordrhein-westfälischen Grünen, Sven Lehmann, twitterte am Mittwochabend entsprechend: „Die FDP hat scheinbar weder große Lust auf Jamaika noch aufs Gestalten. Dafür auf mediale Ego-Trips.“