Tübingen - Nach ein paar Minuten sprach Julia Klöckner einen Satz, der dem Verkauf des Buches eher nicht dienlich ist. Boris Palmers Werk „Wir können nicht allen helfen“ sei „lesenswert von Seite eins bis zum Schluss“, sagte die rheinland-pfälzische CDU-Vorsitzende am Donnerstag. Nur: „Zum Skandal taugt es nicht.“ Tübingens grüner Oberbürgermeister schwieg dazu, der Verlagsvertreter ebenso.

Auf 256 Seiten hat der 45-Jährige aufgeschrieben, was in der Flüchtlingspolitik seiner Ansicht nach geht und was nicht, was richtig läuft und was falsch. Das Werk war mit Spannung erwartet worden – erstens weil Palmer seit Jahren wider den Stachel der eigenen Partei löckt, und zweitens weil die Präsentation ursprünglich am 28. August, also vier Wochen vor der Bundestagswahl, hatte stattfinden sollen. Der Autor räumte gestern ein, dies wäre „ein bisschen nah dran“ gewesen. Und Parteifreunde im Besitz seiner Handy-Nummer hätten das ähnlich gesehen. Es gab also Druck.

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