Berlin - Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir hat Forderungen nach einem Dialog mit dem nichtextremistischen Teil der „Pegida“-Demonstranten zurückgewiesen. Er halte nichts von „so einer weinerlichen Haltung im Umgang mit „Pegida““, sagte er am Montag im RBB-Sender Radio eins. „Klartext ist angesagt und nicht dieses Gesülze, was ich da zum Teil höre von manchen Kollegen von mir.“

Er verstehe, wenn jemand seine Sorgen zum Ausdruck bringen wolle. „Aber man hat schon auch die Aufgabe zu schauen, welche Parolen neben einem gerufen werden und was auf den Plakaten steht, neben denen man läuft“, sagte Özdemir.

Der in Deutschland geborene Politiker mit türkischen Wurzeln warf den Demonstranten pauschale Ablehnung von Migranten und Muslimen vor. Sie wollten die deutsche Gesellschaft ändern. „Ich sehe nicht, dass man da ernsthaft politische Konzessionen machen könnte. Welcher Art denn? Da ist bitte schön angesagt, dass der Rechtsstaat sich auf seine Hinterfüße stellt und sagt: Deutschland ist eine offene Gesellschaft.“

Erst vor einer Woche hatte Özdemir ein Foto getwittert, das seine aus der Türkei stammenden Eltern vor einem Weihnachtsbaum zeigt. Das Bild kommentierte er mit dem Hashtag #NoPegida und dem Satz „Erwischt: Meine das Abendland bedrohenden fundamentalistischen Eltern bei islamistischer Zeremonie.“ (mit dpa)