Verbraucherschutz – das ist dann doch überraschend. Die frühere Berliner Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) hatte man mit dem Regierungswechsel schon in der Bundespolitik gesehen.

Jetzt wird sie als Vorständin die Arbeit der deutschen Verbraucherzentralen begleiten. Die 44-Jährige übernimmt die Funktion  vom langjährigen Vorstand Klaus Müller. Dieser ist seit März Präsident der Bundesnetzagentur.

Cem Özdemir begrüßt Expertise von Ramona Pop

Für den Verbraucherschutz ist es sicherlich gut, eine ehemalige Wirtschaftssenatorin im Vorstand zu haben. Zumal die Grünen ebendiesen Schutz traditionell als wichtiges Feld betrachten. Und so begrüßte als Erster der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Cem Özdemir, den Wechsel als gutes Zeichen, weil damit Expertise in der Finanz- wie Wirtschafts- und Energiepolitik sowie exzellente Vernetzung verbunden seien.

Für Pop persönlich sieht es allerdings etwas anders aus, hatte man sie zwar nicht in einem Ministeramt, doch aber als Staatssekretärin gesehen. Und mit Steffi Lemke verantwortet auch noch eine Parteikollegin das entsprechende Ministerium. Da dürfte kaum Spielraum für Profilierung sein. Pop sagte am Montag: „Gerade in Krisenzeiten ist ein starker Verbraucherschutz von hoher Bedeutung und gibt den Menschen Sicherheit.“

Mehr als 20 Jahre bei den Grünen aktiv

Ramona Pop wurde 1977 im rumänischen Temeswar geboren. Sie ist eine Tochter Banater Schwaben und kam als Elfjährige mit ihrer Familie ins westfälische Münster. Dort studierte sie, ging aber noch während des Studiums nach Berlin, wo sie an der Freien Universität als Diplom-Politologin abschloss.

Ramona Pop gehört den Grünen seit 1997 an. Von 2009 bis 2016 leitete sie die Berliner Abgeordnetenhaus-Fraktion. Zuletzt war sie Bürgermeisterin von Berlin sowie Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe. Pop hatte Anfang November 2021 ihren Rückzug aus der Landespolitik angekündigt: Nach 20 Jahren sei es an der Zeit, ein neues Kapitel aufzuschlagen. Nun eben als oberste Verbraucherschützerin.