Guatemala-Stadt - Bis zum Ende blieb Efrain Rios Montt uneinsichtig. Wochenlang ließ er das Verfahren wegen Völkermordes und Verbrechen gegen die Menschlichkeit ungerührt an sich vorbeiziehen. Wenn der 86 Jahre alte Mann eine Regung zeigte, war es ein höhnisches Lächeln. Trotz seines hohen Alters aber wirkte der Ex-Diktator wach genug, alles mitzubekommen, was gegen ihn vorgebracht wurde. Am Freitag verurteilte ihn das Gericht zu 80 Jahren Haft. Damit wurde erstmals ein Diktator in seinem eigenen Land wegen Völkermords verurteilt. Bisher wurden solche Urteile nur von internationalen Gerichten gefällt

Erst bei Verkündung des Urteils zeigte er eine Reaktion: Das Verdikt basiere auf Mutmaßungen, das Verfahren sei eine „politische Show“. Und dann sagte er: „Niemals habe ich angeordnet, gegen eine Rasse, Ethnie oder religiöse Gruppe vorzugehen“. Seine Aufgabe als Staatschefs sei es gewesen, „die Nation wieder auf Kurs“ zur bringen.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.