Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern
Foto:  imago images/Xinhua

ChristchurchDas Massaker im März unter den Muslimen in Christchurch hat Neuseeland erschüttert. Premierministerin Jacinda Ardern sagte, das Land am anderen Ende der Welt sei nicht mehr dasselbe wie vor dem Tag, an dem es seine Unschuld verlor. „Neuseeland und die Menschen hier haben sich grundlegend geändert“, sagte sie zum Jahrestag im vergangenen März. Große Worte, denen sofort eine Einschränkung folgte: Es müsse noch viel mehr getan werden, um die Radikalisierung im Land aufzuhalten. „Die Herausforderung ist, dass wir als Land im Alltag jede Form von Mobbing, Belästigung, Rassismus, Diskriminierung anprangern. Jeder Einzelne muss seinen Teil dazu beitragen, um sicherzustellen, dass sich Neuseeland zum Besseren ändert.“

Die Attentate haben Neuseeland klargemacht, dass rechtsextreme Rassisten jahrelang unbehelligt ihr Unwesen treiben konnten. Plötzlich waren die vor Nationalstolz und Selbstherrlichkeit platzenden Neuseeländer gezwungen, die im Land unterschwellig brodelnde Fremdenfeindlichkeit zu erörtern. Denn auch wenn der Attentäter ein Australier war, so konnte er sich mühelos sein Waffenarsenal beschaffen und hatte Sympathisanten in Neuseeland, das sich zwar als multikulturelle Nation feiert, aber Minderheiten an den Rand drängt, ganz besonders jene, deren Andersartigkeit so sichtbar ist wie bei Asiaten, Muslimen und den Maori.

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