In der Nähe einer Synagoge in Halle ist eine Überwachungskamera angebracht. 
Foto: dpa/Hendrik Schmidt

Nach den offensichtlich politisch motivierten Straftaten Ende Mai und Anfang Juni am Gemeindezentrum der Jüdischen Gemeinde Halle ist ein Tatverdächtiger ermittelt worden. Wie die Polizei in der Stadt in Sachsen-Anhalt am Samstag mitteilte, konnte ein 64-jähriger Mann mit Hilfe von Videoaufzeichnungen identifiziert werden. Er sei daraufhin vernommen worden. Weitere Einzelheiten teilte die Polizei  mit Blick auf die laufenden Ermittlungen laut afp nicht mit.

Auf dem Gehweg vor dem Gemeindezentrum war am vergangenen Dienstag ein Hakenkreuz gelegt worden. Zuvor war der Polizei am Sonntag ein weiteres aus Zellstoff hergestelltes Hakenkreuz übergeben worden, das ebenfalls vor dem Gebäude der jüdischen Gemeinde gelegen hatte. Der Staatsschutz hatte daraufhin Ermittlungen aufgenommen. In der Woche zuvor war bei einer der beiden Synagogen-Gemeinden in Halle ein Drohbrief eingegangen. Der Schutz der Einrichtungen war daraufhin verstärkt worden.

Auf eine Synagoge in Halle war im Oktober während der Feierlichkeiten zum jüdischen Feiertag Jom Kippur ein Anschlag verübt worden. Der mutmaßliche Attentäter Stephan B. hatte versucht, bewaffnet in die Synagoge einzudringen und die dort versammelten Menschen zu töten. Als ihm dies nicht gelang, erschoss er laut den Ermittlungen auf offener Straße eine Frau und tötete einen Mann in einem Dönerimbiss. Der Prozess gegen ihn soll am 21. Juli beginnen.