Nach Berechnungen der Linken müsste der Hartz-IV-Satz für Alleinstehende monatlich 211 Euro höher liegen als vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales für kommendes Jahr geplant.
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Berlin - 657,55 Euro: So viel braucht ein Alleinstehender im Monat nach Berechnungen der Linken Bundestagsfraktion mindestens zum Leben. Das sind rund 211 Euro mehr als die vom Bundesarbeitsministerium geplante Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes um 14 auf 446 Euro ab kommendem Jahr. Die Differenz erklärt sich durch Unterschiede beim Rechenmodell.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) ermittelt die Höhe der Grundsicherung auf Basis der Ausgaben der unteren 15 Prozent der Einkommen. Von diesen Menschen seien jedoch nur rund 27 Prozent erwerbstätig, sagt Katja Kipping, Vorsitzende der Linken und sozialpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, bei der Vorstellung ihrer Berechnungen am Mittwoch. Die Linke zieht hingegen die unteren 20 Prozent der Einkommen für die Ermittlung der Grundsicherung heran. Menschen, die monatlich weniger als 769 Euro zur Verfügung haben, werden nicht berücksichtigt. „Auch die Bundesregierung rechnet die Hartz-IV-Bezieher heraus, nicht aber die Verdeckt-Armen“, sagt Kipping. Damit bezeichnet man die Leute, die weniger als Hartz IV haben, aber aus Angst vor Stigmatisierung oder Unwissenheit keinen Antrag stellen.

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