Hausärzte schränken Praxis-Sprechzeiten aus Protest ein

Hausärzte in Brandenburg werden in der kommenden Woche eine landesweite Protestaktion starten und ihre Praxis-Sprechzeiten einschränken. Die niedergelassenen...

ARCHIV - Stethoskope hängen im Behandlungszimmer einer Hausarztpraxis.  d/dpa/Symbolbild
ARCHIV - Stethoskope hängen im Behandlungszimmer einer Hausarztpraxis. d/dpa/SymbolbildSebastian Kahnert/dpa-Zentralbil

Potsdam-Hausärzte in Brandenburg werden in der kommenden Woche eine landesweite Protestaktion starten und ihre Praxis-Sprechzeiten einschränken. Die niedergelassenen Mediziner beklagen immer schwieriger werdende Bedingungen für die Patientenversorgung und steigende Betriebs- und Personalkosten. Politik und Krankenkassen müssten gegensteuern, forderte der Hausärzteverband Brandenburg am Dienstag.

Von Dienstag (4. Oktober) bis Freitag werden Praxen die Sprechstundenzeiten auf das Mindestmaß beschränken und „Dienst nach Vorschrift“ machen, wie es hieß. Der Protest solle zeigen, was passiert, wenn an der ambulanten Versorgung weiter so gespart werde und in den Arztpraxen allmählich die Lichter ausgingen. Der Hausärzteverband forderte, dass die 1300 Praxen vergleichbar zu den Brandenburger Krankenhäusern einen Inflations- und Energiekostenausgleich erhalten sollen.

Einige Regionen Brandenburgs beklagen zudem einen Hausärzte-Mangel. „Wir erleben schon jetzt, dass Menschen keinen Hausarzt mehr finden“, sagte die Verbandsvorsitzende Karin Harre. Brandenburgische Hausarztpraxen behandelten bereits mehr Patientinnen und Patienten als in anderen Bundesländern. Zugleich gebe es eine immer dünner werdende finanzielle Ausstattung. In Berlin hatten Ärzte bereits vor Wochen aus Protest ihre Praxen geschlossen.