Bottrop - Es war ein Alptraum – mit gutem Ausgang: Sechs Menschen sind nach Stunden aus einem in rund 65 Metern Höhe baumelnden Korb eines verunglückten Heißluftballons in Bottrop gerettet worden. Höhenretter befreiten die Insassen am Sonntagabend nach und nach und seilten sie ab. Die Rettungder Menschen war besonders heikel gewesen, weil sich der Ballon an der Spitze eines Strommasts verfangen hatte.

Gegen 19.30 Uhr, also bei Einbruch der Dunkelheit, kletterten Höhenretter der Feuerwehr zu dem Korb, um die Insassen, laut Feuerwehr mehrere junge Erwachsene und die Ballon-Crew, zu sichern.

Die Retter sicherten zuerst den Korb, damit er nicht weiter abstürzen könne, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Dann wurden die Insassen nach und nach zu Boden gebracht. Gegen 23.30 Uhr kam dann die erleichternde Botschaft: Alle Ballonfahrer sind sicher zurück auf dem Boden. Sie wurden vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. 

Die Ballonfahrer hatten großes Glück: Nur der Ballon, nicht der Korb selbst, kam mit den Leitungen in Berührung. Und die Ballonhülle sei nicht stromleitend, sagte der Feuerwehrsprecher. Während der Rettungsaktion wurde der Strom an den betroffenen Leitungen abgestellt. „Damit wir sicher arbeiten können“, sagte der Sprecher. Es sei aber zu keinen Einschränkungen in der Stromversorgung gekommen.

Für die Dauer des Einsatzes musste eine Straße in Bottrop gesperrt werden, teilte die Feuerwehr via Twitter mit. Auch die Abfahrt Bottrop-Süd der A42 war nicht befahrbar. Wie die Deutsche Bahn mitteilte, kam es durch den Unfall auch zu erheblichen Problemen beim Schienenersatzverkehr der S9 zwischen Essen und Bottrop.

Erst im Juni war es im Münsterland zu einem Unfall mit einem Heißluftballon gekommen. Bei dem Absturz auf einem Feld wurden sechs Menschen verletzt, drei von ihnen schwer. (tis, dpa)