Berlin - Es ist morgens sechs Uhr, draußen wird es hell, und ein kleines Wesen steht neben mir am Bett. „Mama, wann werde ich geimpft, gegen Corona?“, sagt das Wesen. Sechs Uhr morgens ist die Zeit, in der meine Tochter die großen Fragen stellt. Ihr Bruder, der sonst die Redezeit dominiert, schläft noch. Meine Tochter sagt: Cojona. Sie ist vier Jahre alt und kann das „r“ nicht so gut aussprechen. Cojona erinnert mich an das Wort Cojones, das ist Spanisch und kann Verschiedenes bedeuten, von „verdammt“ bis „krass, Alter“. Passt also zu der verdammten Impfung.

Kürzlich las ich in der Zeitung, dass der Gesundheitsminister Jens Spahn im CDU-Präsidium Anfang der Woche Optimismus verbreiten wollte und sagte, es gebe in jeder Familie schon jemanden, der geimpft worden sei. Meine Tochter ist wegen ihrer empfindlichen Lunge gegen Pneumokokken geimpft worden. Aber ich bin mir nicht sicher, ob das schon ein Grund zum Optimismus ist. Jetzt wartet sie auf die Cojona-Impfung.

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