Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat auch in den beiden wichtigen Bundesstaaten Wisconsin und Michigan gewonnen, wie mehrere US-Medien übereinstimmen berichten. In Michigan kommen für Biden 16 weitere Wahlleute hinzu, in Wisconsin zehn Wahlleute. Joe Biden steht damit kurz vor dem Ziel: Ihm fehlte am Mittwochnachmittag (Ortszeit) nur noch ein Staat zum Wahlsieg und es schien möglich, dass die dafür nötige Auszählung noch am Abend (Ortszeit) vorliegt.

Der Sieg in diesen Staaten des Mittleren Westen ist ein wichtiger Etappensieg für Biden. Der 77-Jährige muss nun nur noch einen Bundesstaat gewinnen, um auf die nötige Anzahl von 270 Wahlleuten zu kommen und die Wahl gegen Trump zu gewinnen. Dabei könnte es sich beispielsweise um Nevada, Georgia oder Pennsylvania handeln.

Den Bundesstaat Arizona hatten US-Sender und die Nachrichtenagentur AP bereits Biden zugeschlagen. Zunächst gab es keine Anzeichen, dass sich das gesamte Rennen noch drehen würde. Dort standen am Mittwochnachmittag (Ortszeit) noch rund 600.000 Stimmen aus. Für 19 Uhr (3 Uhr MEZ) hatte Maricopa County mit der Metropole Phoenix weitere Zahlen angekündigt. Trumps Team hoffte auf einen größeren Fehler in Arizona und Siege in Pennsylvania und Georgia. Dann käme der Präsident doch noch auf eine Mehrheit.

In Pennsylvania, wo am Morgen noch die Auszählung von weit mehr als einer Million abgegebener Stimmen erwartet wurde, erklärte die Wahlleiterin, dass rund die Hälfte davon aufgearbeitet sei. Hier hatten Verantwortliche zuvor eingeräumt, dass es schlimmstenfalls Tage bis zu einem Ergebnis dauert. Der Sender CNN berichtete, dass sie aber laut aktuellem Stand nun mit einer Aussage bis Donnerstagfrüh rechneten. Die Kandidaten liegen hier eng beieinander. 

In Nevada hatte die Innenministerin erklärt, doch noch Mittwochabend (Ortszeit) weitere Zahlen veröffentlichen zu wollen. Dort führt Biden nach Auswertung von mehr als 85 Prozent der Stimmen wie erwartet. Die noch fehlenden Briefwahlstimmen dürften auch in seine Richtung gehen, es ist aber unklar, ob die neuen Zahlen ausreichen werden, damit Medien noch am Abend einen Sieger ausrufen. In Nevada gelten auch Stimmen, die bis zum 10. November eingehen, aber maximal den Poststempel vom Wahltag am Dienstag tragen.

Trump liegt in Georgia in Führung

In Georgia liegt Trump knapp vorne. Dort stehen laut Innenminister des Staates noch rund 200.000 Stimmen aus. Diese könnten das Rennen aber noch kippen lassen, weil rund 120.000 davon in und nahe Atlanta liegen, einer Hochburg der Demokraten. Trump führt mit einem Vorsprung von etwa 80.000 Stimmen.

Die Auszählung zieht sich wegen des hohen Briefwahlanteils hin. Die Beglaubigung dieser Stimmen ist in den USA oft ein langwieriger Prozess, teils müssen Unterschriften einzeln mit denen des Wählerverzeichnisses verglichen werden. In den drei Staaten Wisconsin, Michigan und Pennsylvania hatte die republikanische Partei Bestrebungen gestoppt, Wahlumschläge schon vor dem Wahl-Dienstag zu öffnen. (mit dpa/AFP)