Berlin - Der Berliner Senat plant, die Corona-Schutzmaßnahmen auszuweiten. Dabei geht es um die sogenannte 2G-Regel, die jetzt schon in Clubs gilt und nun auch in anderen Bereichen der privaten Wirtschaft eingeführt werden soll – nebst der Option, sich auch für die 3G-Regel zu entscheiden. Wenn allerdings ein Lokal oder Kino für 2G votiert, würde ein Corona-Test nicht mehr ausreichen, um dort hineinzukommen. Auch Friseure, die sich für 2G entscheiden, dürften dann nur noch Geimpfte und Genesene bedienen. Das würde einige Menschen vom öffentlichen Leben ausschließen.

Jede Freiheit hat ihren Preis. Anstrengungslos ist sie nicht zu haben!

Und ruft die Minderheit der freiwillig oder willentlich Ungeimpften auf den Plan. Sie sehen sich um ihre – Bewegungs-, Entfaltungs-, Vergnügungs- etc. – Freiheiten und damit um ihre Grundrechte gebracht. In der Tat gilt die Freiheit des Einzelnen in Hinblick auf seine Würde unbedingt. Allerdings steht sie unter Voraussetzungen: Sie endet dort, wo die Freiheit des anderen beginnt. Kurzum, wir alle wollen unsere Freiheiten, wollen unsere Normalität zurück, einige wollen dies allerdings vollkommen umstands- oder anstrengungslos, und das heißt auf Kosten der anderen. Doch hat jede Freiheit ihren Preis.

Das ist übrigens ein allgemeiner politischer Grundsatz in der Demokratie und damit auch das eigentliche Politikum in der Debatte um den Lockdown und andere Schutzmaßnahmen. Das heißt zum einen etwas abstrakter: Unsere Freiheit ist kein Freizeitspaß. Und zum anderen etwas konkreter: Wer sich bewusst und willentlich außerhalb der Gemeinschaft stellt, soll die Konsequenzen tragen – und eben draußen bleiben. Auch das ist Freiheit. Wenn ich als Geimpfter in der U-Bahn oder im Restaurant die Maske trage, dann unter anderem auch, um die Impfunwilligen zu schützen: Ich trage euren Leichtsinn mit.

Ihr Trittbrettfahrer, hört endlich auf zu jammern: Es ist bestenfalls eine Kindergartenillusion, dass unsere Freiheit nur für euch da sei. Werdet erwachsen!