Rosenheim - Schleuser haben drei Kinder an einer Tankstelle bei Klais in Bayern zurückgelassen. Die Kinder im Alter zwischen zwei und elf Jahren wurden sich selbst überlassen, wie die Bundespolizei in Rosenheim am Freitag mitteilte. Die Behörde ermittelt nun gegen eine bislang nicht bekannte Gruppe von Schleusern.

Die Polizei in Garmisch-Patenkirchen kontrollierte in der Nacht zum Donnerstag ein Auto mit deutschem Kennzeichen. Der 42-jährige Fahrer legte einen deutschen Pass vor. Vier weitere Insassen, zwei Erwachsene und zwei Kinder, hatten türkische Pässe bei sich. Bei der Kontrolle stellte sich heraus, dass drei Kinderausweise abgegeben wurden, die nicht zugeordnet werden konnten.

Streife entdeckte die drei Jungen an einer Tankstelle

Der 42-Jährige sagte in einer ersten Vernehmung aus, dass er die Gruppe abholen wollte. Die drei Kinder seien allerdings nicht zum vereinbarten Treffpunkt gebracht worden. Eine Streife entdeckte die drei Jungen an einer Tankstelle nahe Klais. Keiner der vorgelegten türkischen Pässe war gültig. Auch hatte niemand der Geschleusten ein Visum.

Ersten Ermittlungen zufolge hatten sie sich Schleusern anvertraut, um nach Deutschland zu gelangen. Demnach waren sie mehrere Tage mit einem Lastwagen unterwegs, bevor sie im letzten Abschnitt getrennt in zwei Fahrzeugen gefahren worden seien. In ihrer Heimat seien sie wegen ihrer kurdischen Abstammung verfolgt worden. (afp)