Bremen - Bei „stern TV“ und Radio Bremen unterhält er die Zuschauer mit locker-leichten Beiträgen über Verwaltungspossen und anderen skurrilen Begebenheiten. Dass Hinrich Lührssen vor einigen Monaten Mitglied der als rechtsgerichtet geltenden Alternative für Deutschland (AfD) geworden ist und zukünftig als Parteifunktionär auftreten wird, das dürften nun weder die Zuschauer noch die TV-Kollegen erwartet haben.

Hinrich Lührssen über AfD-Beitritt: „Brauchen eine starke konservative Kraft“

Bekannt wurde das Ganze, weil der AfD-Landesvorstand ihn als zusätzliches Mitglied in die Parteiführung aufgenommen hat. In einer ersten schriftlichen Stellungnahme begründet Lührssen seine Entscheidung folgendermaßen:

Das Wort „konservativ“ erscheint vor dem Hintergrund untertrieben, als dass Bremer Parteifunktionäre nach Medienberichten Verbindungen zur rechtsextremen „Identitären Bewegung“ pflegen.

Hinrich Lührssen spricht sich gegen Extremismus aus

Von „meedia“ um eine Stellungnahme gebeten, äußert sich Lührssen wie folgt:

Radio Bremen verzichtet 2019 auf Lührssens Engagement

Radio Bremen reagierte nach Bekanntwerden des politischen Engagements umgehend. RB-Chefredakteurin Andrea Schafarczyk sagte, man werde sich „jetzt sehr bald“ mit Lührssen zusammensetzen „und gucken, was er da genau vorhat“.

Der Sender vertrete Werte wie Unabhängigkeit und Vielfalt. „Jeder Mitarbeiter, der hier arbeitet, ist diesen Werten verpflichtet.“ Der Sender werde darauf achten, dass sich Lührssens parteipolitisches Engagement nicht mit seiner RB-Tätigkeit vermische.

Klarer wurde da schon ein RB-Sprecher. In der Bremen-Ausgabe der Tageszeitung „taz“ sagte dieser, Lührssen werde während des Bürgerschaftswahlkampfes 2019 „nicht programmpräsent“ sein.

Für den Erhalt öffentlich-rechtlicher Sender

In seiner Tätigkeit als AfD-Mitglied möchte sich Lührssen übrigens besonders für die Erhaltung der der öffentlich-rechtlichen Sender einsetzen – auch mithilfe von Gebührenfinanzierung. „Da weiche ich von der Parteilinie ab“, sagt er. Und begründet das Ganze so:

(red)