Passau/Erfurt - Das dramatische Hochwasser hat weite Teile Süd- und Ostdeutschlands in Katastrophenregionen verwandelt. Im bayerischen Passau wurde am Montag ein neuer Hochwasser-Rekord gemessen. In etlichen Städten und Landkreisen in Bayern, Thüringen und Sachsen galt Katastrophenalarm.

Zehntausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums waren in den Überflutungsgebieten insgesamt 1800 Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) im Einsatz, außerdem halfen 500 Bundespolizisten. Zudem wurden 1760 Soldaten mobilisiert.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) sicherte den Betroffenen am Montag Hilfe zu. „Die Bevölkerung kann sich darauf verlassen, dass wir alles tun, ihr die Schäden zu erleichtern“, sagte er in Chemnitz bei einem Besuch von sächsischen Hochwassergebieten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wollte an diesem Dienstag in die betroffenen Gebiete reisen. Die Kanzlerin wolle sich selbst ein Bild von der Lage machen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Die genauen Stationen stünden noch nicht fest. Merkel lasse sich laufend über den Stand der Dinge informieren. Außerdem beobachte ein Krisenstab die Situation in den Hochwassergebieten. Mit am Tisch sitzen dort Innenministerium, Verteidigungsressort, Finanzministerium und Bundeskanzleramt.

Das Hochwasser machte auch Straßen und Autobahnen unbefahrbar. Zudem war der Bahnverkehr beeinträchtigt. Insbesondere in Süd- und Niederbayern seien einige Strecken unterbrochen, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Die Hochwasserlage hatte sich am Wochenende extrem verschlimmert. Einen Lichtblick gibt es: Der Deutsche Wetterdienst hob am Montag seine Unwetterwarnung für weite Teile Sachsens auf. Bis zum Abend könne es aber noch leichten Regen geben.

Die deutschen Hochwassergebiete im Überblick: