Potsdam - Der Brandenburger Landtagsabgeordnete Dennis Hohloch will für den Bundesvorstand seiner Partei kandidieren und damit auch eine Wiederaufnahme von Ex-Landeschef Andreas Kalbitz verhindern. Er werde auf dem Bundesparteitag vom 17. bis 19. Juni im sächsischen Riesa für den Posten des Schriftführers oder eines Beisitzers kandidieren, bestätigte Hohloch am Freitag auf Anfrage. Zuerst hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) über die Kandidatur berichtet.

„Eine Wiederaufnahme von Kalbitz in die Partei würde den Landesverband und die Bundespartei spalten“, sagte Hohloch zur Begründung. Er sehe entsprechende Absichten beim Brandenburger Landesvorstand unter Landeschefin Birgit Bessin, der auf dem Bundesparteitag zunächst beantragen will, das Auftrittsverbot für Kalbitz bei Veranstaltungen der AfD aufzuheben. Zudem gebe es bereits trotz des geltenden Verbots gemeinsame öffentliche Auftritte von Fraktionskollegen mit Kalbitz in Brandenburg, sagte Hohloch.

Der Bundesvorstand müsse nicht nur für einen Ausgleich zwischen Ost und West, sondern auch zwischen der liberal-konservativen und sozial-patriotischen Strömung in der Partei sorgen, meinte Hohloch. „Mit meiner Kandidatur will ich zu einer Professionalisierung beitragen.“

Das Bundesschiedsgericht der AfD hatte im Sommer 2020 wie vorher der Bundesvorstand die Parteimitgliedschaft von Kalbitz für nichtig erklärt. Ihm wurde vorgeworfen, bei seinem Eintritt in die Partei 2013 eine frühere Mitgliedschaft in der inzwischen verbotenen rechtsextremen „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ) und bei den Republikanern zwischen Ende 1993 und Anfang 1994 nicht angegeben zu haben. Kalbitz bestreitet eine Mitgliedschaft in der HDJ.