Holger Friedrich.
Foto: Berliner Zeitung/Paulus Ponizak

BerlinDer Verleger der Berliner Zeitung Holger Friedrich setzt sich gegen seiner Ansicht nach unzutreffende Behauptungen über seine Vergangenheit zur Wehr. Wie der „Spiegel“ in seinen digitalen Kanälen meldet, hat Friedrichs Anwalt, der Medienrechtler Christian Schertz, dem ehemaligen Leiter der Stasi-Gedenkstätte Hubertus Knabe eine Unterlassungsforderung zugeschickt. Knabe hatte sich gegenüber mehreren Medien – etwa in einer Analyse für Focus Online - über Friedrich geäußert, der von der Stasi als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) geführt wurde.

So hatte Knabe behauptet, Friedrichs Stasi-Akte umfasse 125 Seiten. Laut Schertz ist sie tatsächlich ca. 1000 Seiten stark, von denen rund 875 Seiten Teil der Opferakte des Verlegers seien. Von den restlichen 125 Seiten seien 45 Seiten ebenfalls der Opferakte zuzurechnen und deshalb gesperrt.

Knabe behauptet unter anderem, dass in Friedrichs Akten nirgendwo „von Republikflucht oder gar einem bewaffneten Grenzdurchbruch“ die Rede sei. Laut Schertz geht aus der für Knabe offenbar unzugänglichen Opferakte aber sehr wohl hervor, dass seinem Mandanten „Fahnenflucht in Tateinheit mit bewaffnetem Grenzdurchbruch“ zur Last gelegt wurde. Zudem bestreitet Schertz Knabes Behauptung, laut der Akte sei Friedrich nicht verhaftet worden. Unzutreffend sei zudem Knabes Feststellung, es gebe keinen Hinweis dafür, dass sich Friedrich einer von ihm bespitzelten Person offenbart habe.

„Knabe stellt hier in seiner Analyse falsche Mutmaßungen an und verbreitet sogar unwahre Behauptungen, obwohl ihm nachweisbar ein Großteil der Akten, insbesondere der Teil, in welchem Holger Friedrich als Opfer zu sehen ist, nicht bekannt ist“, sagte Schertz dem „Spiegel“. „Das ist nicht seriös und rechtswidrig.“

Auf eine Anfrage des „Spiegel“ reagierte Knabe nach Angaben des Nachrichtenmagazins nicht.