Humanitäre Hilfe für syrische Bevölkerung: Steinmeier fordert Luftbrücke über Aleppo

Berlin - Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat sich für eine Luftbrücke zugunsten der notleidenden Menschen in Aleppo ausgesprochen. Die Bundesregierung sei mit den Vereinten Nationen, den USA und mit Russland darüber im Gespräch, wie die so dringlich gebotene humanitäre Hilfe nach Aleppo geliefert werden könne, sagte Steinmeier der „Welt am Sonntag“.

Gute Erfahrung mit Luftbrücke gemacht

 „Wenn beide Teile Aleppos weiter nicht hinreichend humanitär versorgt werden können, sollten wir auch die Möglichkeit von Hilfe aus der Luft prüfen, vor allem bei medizinischen Gütern“, so Steinmeier weiter. Dies habe bereits in der ostsyrischen Stadt Dair as-Saur funktioniert.
Die Syrien-Kontaktgruppe habe sich bereits darauf geeinigt, „dass bei der systematischen Verweigerung von humanitärer Hilfe eine Versorgung aus der Luft in Erwägung gezogen werden kann“, betonte Steinmeier.

"Neue Eskalationsstufe" erreicht

Internationale Hilfsorganisationen warnen vor einer humanitären Katastrophe in der umkämpften und zerstörten Stadt.

Einen mutmaßlichen Chlorgas-Einsatz in Aleppo kritisierte er scharf. „Wir verurteilen den Einsatz von international geächteten Waffen - seien es chemische Waffen oder Fassbomben - auf das Schärfste und fordern alle Konfliktparteien ihr Möglichstes zu tun, um die syrische Zivilbevölkerung zu schützen“, sagte der Außenminister.

Die Geschehnisse in Aleppo seien eine „neue Eskalationsstufe“ des syrischen Bürgerkriegs„. Nach Angaben Steinmeiers leiden die Menschen in Aleppo nicht nur unter den täglichen Luftangriffen. Auch die Versorgung mit Lebensmitteln, Trinkwasser und Medikamenten werde “von Tag zu Tag katastrophaler." Erneut forderte der Minister die Kriegsparteien zu einer Rückkehr an den Verhandlungstisch in Genf auf. Die Vorstellung, der Konflikt ließe sich militärisch lösen, sei eine “Illusion„ (AFP, dpa)