München - Mein Name ist Mandy. Ja, richtig. Wie die aus dem Kassenschlager „Oh, Mandy“. Allerdings lebe ich nicht in Marzahn, sondern in München. Hier knallen Klischees aufeinander. Als Kind einer alleinerziehenden Mutter aus Ost-Berlin wohne ich in einer der reichsten Städte im Westen Deutschlands. Die Eigentums- und Sozialstrukturen hier sind andere. Man verdient viel und erbt mehr. Das Leben ist teuer und gut, der Osten weit weg.

Dabei kann mir niemand sagen, dass Ostdeutschsein heute keine Rolle mehr spielt. Mein Name verrät mich, und das jeden Tag aufs Neue. Leicht beschämte Fragen, ob ich denn aus dem Osten komme, lassen „ostdeutsch“ als einen genetischen Defekt erscheinen. Oder wie eine Sache, derer man sich schämen müsste. Ich bin eher verblüfft als genervt. „Ostdeutsch“ als Synonym für „rückständig“, „immer nörgelnd“, „Vorsicht, rechts“? Wissenschaftliche Studien dazu gibt es ja genug. Aber natürlich kann man mit solchen Zuschreibungen auch spielen: Wenn ich im Berliner Dialekt antworte, bin ich hip. Wenn der Doktortitel vor meinem Namen steht, nimmt man an, ich sei klug.

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