"Ich bin Berlinerin, und es kann nicht sein, dass man mich Passdeutsche schimpft.": Idil Baydar beim Interviewtermin in Kreuzberg.
Berliner Zeitung/Volkmar Otto

BerlinIdil Baydar ist morgens aus Frankfurt am Main, ihrem derzeitigen Wohnort, nach Berlin geflogen. Sie ist in der Hauptstadt auf Wohnungssuche. Gerade hat sie dem schwedischen Fernsehen ein Interview gegeben. Nun sitzt sie entspannt in einem Café an der Kreuzberger Marheinekehalle. Immer wieder winkt sie Bekannten zu. „Hallo Schwester“ oder „Hallo Bruder“ ruft sie dann mit ihrer markanten rauen Stimme. Kaum sagt sie, dass sie nun Zeit habe, Fragen zu beantworten, klingelt auch schon ihr Handy. Ein niederländischer Journalist will sich mit ihr zum Gespräch verabreden. Die 45-jährige Kabarettistin, die als Nazi-Oma Greta Grischke oder Integrationsalbtraum Jilet Ayse auf der Bühne steht, erhält seit einiger Zeit rechtsextreme Drohschreiben des „NSU 2.0“.

Frau Baydar, Sie werden von Unbekannten mit dem Tode bedroht, sind aber ganz allein zu unserem Treffen gekommen.

In Kreuzberg fühle ich mich sicher. Hier bin ich zu Hause. Deswegen will ich von Frankfurt auch wieder nach Berlin ziehen.

Haben Sie keine Angst?

Na klar habe ich Angst. Wenn man Morddrohungen erhält, dann hat man aber nicht so viele Optionen. Entweder ich schaue immer wieder über die Schulter, oder ich sage mir, wenn etwas passiert, dann ist es so. Anders kann ich nicht leben. Angst strengt mich extrem an. Ich ordne mich ihr nicht unter.

Bekommen Sie keinen Polizeischutz?

Das habe ich mich auch gefragt. Ich habe zwar mehrfach Anzeige erstattet, aber von Polizeischutz war da nie die Rede. Seit vor drei Wochen öffentlich wurde, dass ich Drohungen vom „NSU 2.0“ erhalte, fragt man mich ab und zu von verschiedenen Stellen, ob ich einen Begleiter haben möchte.

Sie haben dieses Angebot angenommen?

Nein. Weiß ich denn, wer der Beschützer ist? Ist das ein Polizist, der die AfD wählt und eventuell für mich eine Bedrohung sein könnte? Es gibt schließlich sehr viele Polizisten in der AfD.

Seit wann bekommen Sie denn diese Drohschreiben?

Ich werde als Kabarettistin im Internet schon seit langem beschimpft. Aber mit den Schreiben direkt an mich fing es vor zwei Jahren an. Zum Anfang waren es SMS. Zuerst dachte ich, das wäre einmalig. Das war ein Irrtum.

Textnachrichten auf dem Handy sind schon sehr persönlich.

So ist es, und sie haben mich irritiert, weil da jemand, der mir nicht wohlgesonnen war, meine Telefonnummer kannte. Die ist aber nicht öffentlich, da kommt nicht jeder so einfach ran. Der Absender war auch sonst über mich gut informiert. Er kannte Adressen, den Namen meiner Mutter.

Waren die Kurznachrichten mit „NSU 2.0“ signiert?

Nein. Sie waren unterschrieben mit „SS-Obersturmbannführer“. Doch seitdem meine Daten von einem Polizeirechner in Wiesbaden abgerufen worden sind, stehe ich offenbar im Verteiler und auch ich erhalte Drohmails vom „NSU 2.0“, mit einem „Heil Hitler“ am Ende.

Idil Baydar in ihrer Kultrolle als Integrationsalptraum Jilet Ayse.
Idil Baydar

1970 kam Idil Baydar in Celle zur Welt. Ihre Eltern trennten sich kurz nach ihrer Geburt. Als sie 15 Jahre alt war, zog sie mit ihrer Mutter nach Berlin. Ihr Abitur machte sie auf dem zweiten  Bildungsweg. Danach arbeitete sie als Nachhilfelehrerin, unter anderem an der Rütli-Schule. 2011 startete sie einenYouTube-Kanal mit selbst geschriebenen Stücken zum Thema Integration. Ihr erstes Kabarettprogramm ging 2014 über die Bühne: Da wurde sie als Integrationsalptraum Jilet Ayse und als Nazi-Oma Gerda Grischke einem breiten Publikum  bekannt. Im Juli 2020 wurde öffentlich, dass persönliche Daten von Idil Baydar aus einem Polizeicomputer in Hessen abgerufen und für Drohschreiben des NSU 2.0 verwendet wurden.

Was denken Sie, warum bekommen Sie die Drohungen?

Meines Erachtens hat das damit zu tun, dass ich mich 2018 mit Seda Basay-Yildiz solidarisiert habe. Die Anwältin hatte damals von Rechtsextremisten ein Schreiben bekommen, abgeschickt von einem Polizeicomputer. Offenbar wollte man die Opferanwältin im NSU-Prozess einschüchtern. Ihr wurde gedroht, dass ihr zweijähriges Kind abgeschlachtet werden würde. Das hat mich so schockiert, dass ich gesagt habe: Jetzt ist Schluss, jetzt muss sich mal jemand mit Seda Basay-Yildiz verbünden, muss zeigen, dass sie nicht alleine ist. Ich habe ein Unterstützer-Video ins Netz gestellt. Danach ging es los.

Hat das vielleicht auch etwas mit Ihren Kunstfiguren zu tun, der Nazi-Oma Gerda Grischke und dem, wie Sie sagen, Integrationsalbtraum Jilet Ayse?

Bestimmt. Die Figuren sind zwei Seiten einer Medaille. Sie bringen ihre Standpunkte sehr drastisch auf den Punkt. Da ist viel Wahrheit drin, und das stört einige Leute auch.

Was stand denn in den Drohungen?

Dass man mich und meine Mutter umbringen würde. So zum Beispiel im November vergangenen Jahres: „Wage es nicht, am 17.11.19 die Möllner Rede im Exil zu halten, du fette Kackwurst. Ich erschieße Dich. SS-Obersturmbannführer“.

Die Möllner Rede im Exil – was ist das?

Nachdem 1992 bei einem Brandanschlag in Mölln drei Mitglieder der Familie Arslan, darunter zwei Kinder, von Neonazis ermordet wurden, wollte die Stadt Mölln das Gedenken an sich reißen, ohne die Familie mit einzubinden. Dagegen haben sich die Arslans verwahrt. Seitdem ziehen sie zu den Jahrestagen von Stadt zu Stadt, um dort die Trauerfeier zu gestalten. Im vergangenen Jahr war Frankfurt dran, ich sollte reden. Da bekam ich diese SMS.

Aber Sie sind trotzdem ans Rednerpult getreten.

Ja, aber es war eine schwere Entscheidung. Einerseits wollte ich reden. Auf der anderen Seite dachte ich: Was passiert eigentlich, wenn da wirklich ein Irrer unterwegs ist. Selbst wenn er mich nicht erwischt, wer stirbt dann? Ich habe schließlich auch eine Verantwortung Dritten gegenüber.

Was gab dann den Ausschlag?

Ich wollte mir nicht von so einem Nazilöffelchen diktieren lassen, wie ich mein Leben zu leben habe.

Wie geht eigentlich Ihre Familie mit der Situation um, schließlich wurde auch Ihrer Mutter der Tod angedroht?

Meine Familie reagiert zum Glück sehr besonnen. Ich sage auch immer wieder, sie sollen sich keine Sorgen machen. Es ist aber schon eine angespannte Situation.

Haben Sie wegen der Drohungen jemals Anzeige erstattet?

Natürlich, nach jeder der acht SMS bin ich zur Polizei gegangen.

Und was ist daraus geworden?

Nichts. Alle acht Anzeigen verliefen im Sande, die Ermittlungen gegen unbekannt wurden eingestellt, die Täter nicht gefunden. Das war’s.

Sie gehen davon aus, dass Ihre Anzeigen nicht ernst genommen wurden.

Den Eindruck hatte ich.

Erstatten Sie jetzt noch Anzeige, wenn Sie Drohnachrichten erhalten?

Nein, es bringt nichts. Ich habe versucht, mich auf rechtsstaatlichen Wege zu wehren. Das funktionierte aber nicht. Der Aufklärungswille der Polizei ist zu gering, der Vertuschungswille zu groß. Dass meine Daten aus einem hessischen Polizeicomputer stammen, habe ich auch nicht von der Polizei, sondern von Journalisten erfahren.

Ziehen Sie daraus Konsequenzen?

Ich überlege, ob ich die Polizei verklage. Denn dieser Datenverlust hätte nicht passieren dürfen. Wie geht das, dass Rechtsextremisten halb Deutschland bedrohen und die Polizei chillt.

Das ist ein schwerer Vorwurf gegen die Polizei.

Der aber aus meiner Sicht zutrifft. Schauen Sie sich nur den NSU-Fall an. Da wurden Akten geschreddert, die Familien der getöteten Migranten unter Verdacht gestellt, ein Verfassungsschutzmann spielt eine dubiose Rolle. Übrigens auch im Mordfall Walter Lübcke. Seitdem hat sich nichts geändert. Es wird weggeschaut, nicht weiterermittelt, die Bedrohungslage verkannt oder unterschätzt. Als Migrant hast du den Eindruck, dass du nicht schützenswert bist.

Haben Sie eigentlich Angst vor der Polizei?

Ich sage mal so: Ich bin nicht entspannt, wenn ich Polizisten sehe. Sie sind für mich nicht Freund und Helfer.

Glauben Sie nicht, dass die Polizei Ihnen helfen will?

Ich muss ganz ehrlich sagen: Nein. Ich glaube, die Polizei will keine schlechte Nachrichten. Und ich sorge natürlich gerade dafür, in dem ich mit Journalisten aus allen möglichen Ländern spreche. Das kratzt am Ruf einer netten „Tatort“-Polizei. Die Polizei hat eher massive Probleme. Auch mit dem Rassismus. Seit den NSU-Morden ist das klar. Und seit NSU wird nicht wirklich etwas unternommen. Jetzt haben wir Halle und Hanau. Was kommt als nächstes, und wen trifft es dann?

Das klingt bitter.

Es ist aber so. Migranten werden nicht beschützt, sondern kriminalisiert. Wir sind vogelfrei. Da sind nicht nur die NSU-Morde. Denken Sie nur mal an den Fall Oury Jalloh.

Der Mann aus Sierra Leone, der sich nach offizieller Darstellung im Polizeigewahrsam in Dessau selbst angezündet haben soll.

Genau. Seit 15 Jahren ist klar, dass das ein Mord war. Dem Mann wurden im Polizeigewahrsam alle Knochen gebrochen. Er wurde verbrannt, um die Misshandlungen zu vertuschen. Solche oder ähnliche Fälle gibt es immer wieder. Polizisten werden suspendiert, anstatt gefeuert. Solange, bis Gras über einen rassistischen Vorfall gewachsen ist. Dann werden sie in ein anderes Bundesland versetzt. Glauben die, wir sind hier alle gaga im Kopf und bekommen nichts mit?

Warum verhält sich die Polizei so?

Das ist ein Strukturproblem. Autoritäre Strukturen bringen autoritär strukturierte Menschen hervor. Ein Polizist hat eine besondere Macht, einen gewissen Freiraum, in dem er die Macht ausüben und interpretieren kann. Manch einer würde dafür das Wort Willkür benutzen. Auch ist die Ausbildungszeit eines Polizisten von zwei Jahren viel zu kurz für einen derart diffizilen, schwierigen und total wichtigen Beruf. Vielleicht hinkt der Vergleich, aber ich würde mich nicht von einem Chirurgen am Herzen operieren lassen, der nur zwei Jahre in Ausbildung war. Hinzu kommt, dass bei der Polizei gespart wurde, bis es knirscht. Die Beamten arbeiten in alten Gebäuden, wo die Farbe von der Decke springt. Es ist durchaus auch nicht einfach, heute Polizist zu sein.

War die Polizei immer so?

Nein, und das sagen auch ältere Polizisten. In den 90er-Jahren haben wir die Beamten Amcas genannt – Onkel. Weil man die Polizisten kannte, und weil sie auch uns kannten. Wenn einer Mist gebaut hat, dann sind sie zu einem gekommen und haben gesagt: Pass auf, ich habe dich jetzt das zweite Mal erwischt. Beim nächsten Mal stehe ich bei deinem Vater vor der Tür. Die Jungs hatten Respekt vor der Polizei. Es gab Beamte, die wussten, Vertrauen ist das A und O auf der Straße. Heute werden einfach wahnsinnig viele junge Menschen bei der Polizei eingestellt, die sich beweisen wollen. Sie spielen den dicken Max mit Waffe und nennen die Jugendlichen „Scheiß Kanaken“. Exakt deswegen respektieren sie die Polizei nicht mehr.

Aber es sind doch auch heute nicht alle Polizisten Rassisten.

Natürlich nicht. Mir geht es bei aller Kritik nicht darum, Polizisten unter Generalverdacht zu stellen. Ich vertraue auch dem einen oder anderen Beamten, aber nicht der Polizei insgesamt. Das ist für mich nach all den Erfahrungen unmöglich. Die Polizei muss wieder auf den Boden des Grundgesetzes gestellt werden. Das sehen übrigens viele Polizisten auch so.

Sie sind eine Befürworterin der Studie zum Racial Profiling in der Polizei, die Innenminister Horst Seehofer nicht will.

Selbstverständlich. Man kann doch nicht auf der einen Seite sagen, man muss etwas gegen den Rassismus tun, und dann solche wichtigen Institutionen wie die Polizei davon ausnehmen.

Es gibt mittlerweile Ermittlungserfolge im Fall der „NSU 2.0“-Drohmails. Ein einstiger Polizist und seine Frau wurden vorläufig festgenommen.

Das sind aber nur Mitläufer. Die wahren Täter, die ihre Drohungen in ganz Deutschland verbreiten können, sind immer noch unterwegs. Wir brauchen unbedingt Polizisten, die besser im Internet ermitteln können.

Fühlen Sie sich durch die Öffentlichkeit geschützt?

Es macht mich schon ein wenig entspannter. Aber gerade nach dem Auftritt in der Talkshow von Maybrit Illner sehe ich, dass es vielen Leuten nicht passt, was ich sage. Es gibt Menschen, die aggressiv auf mich reagieren, die sagen, so frech wie die ist, hat sie es verdient, bedroht zu werden. Ich merke, dass ich mehr als jemals zuvor unter Spannung stehe. Und ich stelle mir ab und zu schon die Frage: Knallen die mich jetzt ab? Wenn das so ist, dann weiß die Öffentlichkeit aber, dass ich vorher bedroht wurde. Es ist ein gewisser Schutz. Andererseits gibt es unfassbar viele Verrückte, die im Internet Dampf ablassen wollen. Wenn man sich die Kommentare über mich durchliest, fällt einem nichts mehr ein.

Sie könnten Hass-Kommentare und Beleidigungen löschen.

Ja, aber ich lasse viele davon stehen.

Wozu?

Wenn ein Deutscher wissen will, wie es dir als Migrantin in diesem Beruf geht, dann sollte er die Kommentare lesen. Das fängt bei ausweisen an und hört bei töten auf.

Ist der Schritt von der Bedrohung hin zur Mordtat kleiner geworden?

Absolut. Walter Lübcke war ein eindeutiges Beispiel dafür, dass es mal ganz schnell so enden kann. Der Mann hatte bei einer Bürgerversammlung einen Satz gesagt und musste dafür mit seinem Leben bezahlen. Er wurde zuvor im Netz bedroht. Auch das Manifest, das der Täter aus Hanau geschrieben hat, gab’s im Internet schon zwei Wochen vor dem Mord an neun Menschen. Man hätte die Gefahr sehen können, wenn man gewollt hätte. Aber man will nichts dagegen tun. Man will es als Meinungsfreiheit verkaufen. Aber Morddrohungen sind keine Meinungsfreiheit

Haben Sie das Gefühl, die rechtsextremen Drohungen gegen Sie und mittlerweile 26 weitere Personen und Institutionen interessieren niemanden?

Ich glaube, es interessiert schon. Mir ist jetzt richtig klar geworden, was Pressefreiheit bedeutet. Wenn die Medien nicht recherchiert hätten, wer weiß, wie lange ich noch im Dunkeln geblieben wäre, dass die Daten aus einem Polizeicomputer stammen.

Sie sind hier geboren, fühlen Sie sich auch als Deutsche?

Ich bin Weltbürger, weil ich keinen Bock mehr habe auf diesen ganzen Nationalismus. Fakt ist, ich werde nicht als Deutsche behandelt, ich bin der Migrant in diesem Land. Ich fordere mein Publikum immer auf, mir fünf gute Sachen über Türken aus der Literatur und der Wissenschaft zu nennen. Aber es kommt nur immer Döner. Wir werden auf den unangenehmen Migranten reduziert. Das ist die einzige Rolle, die ich hier habe. Von diesen blöden Zuschreibungen muss man aber langsam mal wegkommen. Zu meinen, es gibt ein homogenes deutsches Volk, ist bildungsfern. Leider werden Migranten gerade in Boulevardzeitungen immer noch als kriminelles Ungeziefer dargestellt. Und das macht etwas mit uns.

Wie kann das geändert werden kann?

Zunächst einmal würde ich unter Strafe stellen, wenn mir jemand die deutsche Staatsbürgerschaft einfach mal so aberkennt. Ich bin Berlinerin, und es kann nicht sein, dass man mich Passdeutsche schimpft. Das ist eine verbale Ausbürgerung. Es kann nicht einfach jemand kommen und sagen: Du bist keine Deutsche. Solange das so ist, mache ich bei diesem Deutschsein nicht mit. Ich möchte die Handhabe haben und sagen, so mein Freund, 1933 ist lange vorbei.

Fällt der Terminus Passdeutsche nicht unter Meinungsfreiheit?

Auf keinen Fall, ich bin Staatsbürgerin. Und wenn das nicht geachtet wird, muss ich es einfordern können. Und wenn das alles nichts wird: Ich habe auch Englisch gelernt, falls es so schlimm wird, dass ich meine Koffer packen muss.

Daran denken Sie?

Selbstverständlich. Ich habe schon nach der kanadischen Botschaft gesucht und mir überlegt, wie ich fliehen und was ich dafür beantragen muss. Weiß man, wie sich das hier entwickelt?

Aber gleich die Koffer packen …

Niemand will seine Heimat gerne verlassen. Auch ich nicht. Und dann höre ich nach den Krawallen in Stuttgart, dass man bei den Tatverdächtigen Stammbuchforschung betreiben sollte. Da bekommst du als Migrant so einen Hals. Das ist zwei Sekunden vor dem Ariernachweis im Nazireich. Was dann folgte, ist bekannt.

Was wünschen Sie sich für ein Land?

Ich wünsche mir eine Gesellschaft, die es ernst meint mit dem Grundgesetz. In der es Parteien gibt, die auf dem Boden der Verfassung agieren. Es macht mich fassungslos, dass die AfD in einer Demokratie mit Grundgesetz überhaupt gewählt werden kann. Faschisten haben hier nichts verloren. Faschismus dürfte bei einer Wahl keine Option sein. Die AfD gehört verboten. Sonst bekommen wir den Nazischeiß nie weg. Die AfD bereitet den Nährboden für die, die im Namen der NSU Menschen bedrohen oder umbringen. Ich wünsche mir auch, dass es keine vorwurfsvollen Kommentare mehr gibt, wenn eine Frau mit ihrem Sohn türkisch spricht. Wenn Mama französisch mit ihrem Kindchen redet, dann ist das bilingual ganz toll. Diese Doppelzüngigkeit muss aufhören.