Berlin - Die vom Bundesinnenministerium geförderte Suche nach Vermissten des Zweiten Weltkriegs wird 2023 auslaufen. Das teilte das Innenressort am Mittwoch in Berlin mit. Die Änderung ist Teil einer Vereinbarung, die Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Rudolf Seiters, am Mittwoch unterzeichneten. Das DRK ist für den Suchdienst zuständig.

Die neue Suchdienstvereinbarung tritt an die Stelle der Übereinkunft von 2001. Veränderte Schwerpunkte und damit verbundene organisatorische Änderungen hätten die Neuerung nötig gemacht, hieß es aus dem Innenressort. Die Klärung von Vermisstenschicksalen des Zweiten Weltkrieges schwinde naturbedingt und laufe deshalb aus. Heute gehe es vor allem um bewaffnete Konflikte weltweit, bei denen Familien auf der Flucht getrennt würden. Allein im vergangenen Jahr seien beim DRK knapp 2800 solcher Suchanfragen eingegangen.

Jährlich 11,5 Millionen Euro für den Suchdienst

Das Bundesinnenministerium finanziert den Suchdienst des DRK mit jährlich 11,5 Millionen Euro. „Eine der schlimmsten Folgen von Krieg, Flucht und Vertreibung ist, dass Kinder und Eltern, Ehepaare, Familien und Freunde voneinander getrennt werden und ohne Hilfe Dritter nicht wieder zueinander finden“, sagte de Maizière. Der Suchdienst erfülle hier seit Jahrzehnten eine unverzichtbare Rolle.

Die Funke Mediengruppe hatte zuerst über das Auslaufen der Suche nach Vermissten des Zweiten Weltkrieges berichtet. DRK-Präsident Seiters sagte den Zeitungen der Gruppe: „Wir sind dankbar, dass diese Arbeit noch bis 2023 fortgesetzt werden kann. Vor allem die Kinder- und Enkelgeneration zeigt großes Interesse, wenn es um das Schicksal ihrer Angehörigen aus dem Zweiten Weltkrieg geht.“ (dpa)