Auf dem Berliner Immobilienmarkt ist kein Ende des Preisanstiegs abzusehen. Nach neuen Zahlen des Immobilienverbandes Deutschland zogen die Mieten für Wohnungen in Standardlagen um 6,3 Prozent auf 8,50 Euro je Quadratmeter an.

Wohnungen in Vorzugslagen verteuerten sich um 5,2 Prozent auf zehn Euro je Quadratmeter. Mindestens 20.000 neue Wohnungen pro Jahr werden bis 2021 benötigt, um der Preisentwicklung entgegenzuwirken und dem Bedarf der wachsenden Stadt gerecht zu werden.

Zwar kommt der Wohnungsbau langsam in Schwung. Im vergangenen Jahr stellten Bauunternehmen in Berlin knapp 14.000 Wohnungen fertig. Allerdings monieren Kritiker, dass darunter zu wenig preiswerte Wohnungen sind.

So beherbergen die neuen Bauten gerade einmal 165 Sozialwohnungen. Mit durchschnittlich 6,50 Euro Kaltmiete je Quadratmeter bieten jedoch nur Sozialwohnungen wirklich preiswerten Wohnraum. Freifinanzierte Neubauwohnungen hingegen werden seit 2014 laut dem Wohnungsmarktbericht der Investitionsbank Berlin zu durchschnittlich 13 Euro je Quadratmeter angeboten.

Auch die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften errichteten zwischen 2014 und 2017 überwiegend teure Unterkünfte. „Nur sechs Prozent der Neubauten waren von 2014 bis 2016 bei den sechs städtischen Unternehmen Sozialwohnungen“, sagte der Geschäftsführer des Berliner Mietervereins, Reiner Wild, kürzlich zur Berliner Zeitung.

Weil der Bau von Sozialwohnungen für Berlin kostspielig ist, stockt das Land die Zahl der Sozialwohnungen nur langsam auf. So stehen aktuell Mittel für den Bau von 3000 Sozialwohnungen jährlich zur Verfügung, 2021 sollen es 5000 jährlich sein.

Doch auch das ist in Anbetracht des Bedarfs an preiswerten Wohnungen noch zu wenig. Zudem kommt Berlin mit der Fertigstellung der genehmigten Wohnungen kaum hinterher. Schon jetzt hat etwa jeder zweite Haushalt in Berlin ein so niedriges Einkommen, dass er Anspruch auf eine Sozialwohnung hätte. Demnächst soll der Kreis der Anspruchsberechtigten ausgeweitet werden. Dann könnten knapp 70 Prozent der Einwohner Berlins unter die Regelung fallen. (sil./ulp.)