Bill Gates will mehrere Milliarden Dollar in die Entwicklung eines Impfstoffes investieren.
Foto: dpa/Gian Ehrenzeller

BerlinViel Geld kann viel bewirken – das ist eine Binsenweisheit. Entscheidend ist, was einer mit viel Geld bewirken will. Einer wie Bill Gates. Der Microsoft-Gründer ist einer der reichsten Männer der Welt und gemeinsam mit seiner Frau und ihrer Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung auch einer der größten Wohltäter der Welt. Jetzt hat er angekündigt, mehrere Milliarden Dollar in die Entwicklung eines Impfstoffes gegen die Covid-19-Krankheit zu investieren.

Er treibt damit Politiker und Pharmaunternehmen der Industriestaaten vor sich her. Sie müssten die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass der Impfstoff innerhalb der Rekordzeit von 18 Monaten gefunden werde und dann als „öffentliches Gut für alle zugänglich und bezahlbar“ weltweit zur Verfügung stehe, forderte Gates am Osterwochenende in Interviews und Gastbeiträgen in internationalen Medien.

Das war eine Ansage gegen alle, die in dem Serum ein Mittel im Konkurrenzkampf um Macht und Profit einzelner Staaten oder Unternehmen sehen könnten.

Milliarden Dollar für den Kampf gegen Krankheiten

Jetzt, mitten in der Corona-Krise, gewinnt er die notwendige Aufmerksamkeit für dieses Projekt. Wäre ihm das doch schon vor fünf Jahren gelungen! Damals sagte er in einem Vortrag: „Wenn es etwas gibt, was in den nächsten Jahrzehnten mehr als zehn Millionen Menschen töten kann, dann ist es sehr wahrscheinlich eher ein hochansteckendes Virus als ein Krieg. Wir haben Unmengen Geld in die nukleare Abschreckung investiert, aber kaum etwas in ein System, das eine Epidemie verhindern könnte. Wir sind überhaupt nicht darauf vorbereitet.“

Gates Ahnung kam nicht von ungefähr. Seit Jahren beschäftigt er sich mit der Ausbreitung von Krankheiten. Seine Stiftung investierte jährlich vier bis fünf Milliarden Dollar in den Schutz der Menschen in unterentwickelten Ländern vor Krankheiten wie Malaria und Kinderlähmung.

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Im Alter wird er gelassener

Es gibt auch Kritik, da die Stiftung aufgrund ihrer materiellen Macht erheblichen Einfluss ohne jede öffentliche Kontrolle auf die Entwicklung armer Regionen nehmen kann. Aber es gibt keine Beispiele dafür, dass das einmal schädliche Wirkung gezeigt hätte.

Der früher als aufbrausend beschriebene Gates, ein Ausnahmetalent an intellektueller und unternehmerischer Kreativität, tritt heute, mit 64 Jahren, gelassen und diplomatisch auf. Als ihn der „ARD-Tagesthemen“-Moderator Ingo Zamperoni am Sonntag fragte, wie er das Krisenmanagement von Donald Trump beurteile, lächelte er und sagte, viele Gouverneure von US-Bundesstaaten leisteten doch hervorragende Arbeit.