Sanktionen wurden beschlossen und ein Rohstoffembargo wird diskutiert. Doch laut einer Studie von Greenpeace nützt der gute Wille bisher wenig. Die Zahlungen für Rohstoffimporte von Öl und Gas könnten sich laut Berechnungen der Umweltorganisation dieses Jahr auf fast 32 Milliarden Euro erhöhen. Das würde sogar noch eine deutliche Steigerung bedeuten. Im Vorjahr hatten die Kosten der Energieimporte aus Russland demnach bei etwa 20 Milliarden Euro gelegen. Zuerst berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ mit Verweis auf die Greenpeace-Studie.

Verdopplung des Gesamtwertes der Importe

Weitere Einzelheiten aus der Studie, so etwa zu den Gründen für den starken Anstieg, nannte die „Süddeutsche“ in ihrer Vorabmeldung vom Montag bisher nicht. Generell sind die Weltmarktpreise für Erdöl und Erdgas in den vergangenen Wochen vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und einer allgemeinen angespannten Marktlage stark gestiegen. Dies gilt vor allem für den Erdgaspreis.

Wie es in dem Bericht weiter heißt, droht sich der Gesamtgegenwert der Erdgaslieferungen aus Russland von 8,8 Milliarden Euro im Vorjahr auf nunmehr 17,6 Milliarden Euro zu verdoppeln. Der Wert der russischen Erdölimporte nach Deutschland könnten sich im Vergleich zum Vorjahr 2020 nicht ganz so stark von 11,4 Milliarden Euro auf 14,3 Milliarden Euro erhöhen. Insgesamt wäre die Jahresrechnung demnach so hoch wie lange nicht mehr.

„Friedensabgabe“ könnte Wiederaufbau in der Ukraine finanzieren

Deutschland deckt einen großen Teil seines Erdöl- und vor allem Erdgasbedarfs aus russischen Quellen. Das spielt eine entscheidende Rolle bei der Debatte über ein Energieembargo als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die Bundesregierung will die Abhängigkeit schnellstmöglich reduzieren. Ein sofortiger Stopp wäre nach ihrer Auffassung aber volkswirtschaftlich verheerend.

Greenpeace brachte laut „Süddeutscher Zeitung“ als Alternative zu einem Energieembargo eine Teil-Pfändung der russischer Erlöse aus dem Öl- und Gasexport ins Spiel. Die Bundesregierung könne einen Teil durch andere Sanktionsinstrumente abschöpfen, zitierte sie Studienautor Mauricio Vargas. Diese „Friedensabgabe“ könne für den Wiederaufbau der Ukraine, den Ausbau erneuerbaren Energien oder die Entlastung der Bürgerinnen und Bürger von den hohen Energiepreisen genutzt werden.