Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland vorgeworfen, er buhle mit rassistischen Äußerungen um Aufmerksamkeit. „Diese Äußerung über Staatsministerin Özoguz ist rassistisch, sie ist absolut zu verurteilen“, sagte die CDU-Vorsitzende am Dienstag in Berlin. „Es geht überhaupt nicht, wie das gemacht wurde.“

Gezielte Provokation vorgeworfen

Der Versuch der AfD, erst mit einer Provokation an die Öffentlichkeit zu gehen und dann einen halben Rückzieher zu machen, „der spricht für sich und der zeigt, welch Geistes Kind die Autoren solcher Schmähungen sind“.

Gauland hatte am vergangenen Samstag auf einer Wahlkampfveranstaltung im Eichsfeld in Thüringen davon gesprochen, die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), in der Türkei zu „entsorgen“. Özoguz hatte im Mai in einem Gastbeitrag für den Berliner „Tagesspiegel“ geschrieben, eine spezifisch deutsche Kultur sei, jenseits der Sprache, nicht zu identifizieren.

Gauland drohte Özoguz mit „Entsorgung“

Gauland sagte dazu bei seinem Auftritt am Samstag in Thüringen: „Das sagt eine Deutsch-Türkin. Ladet sie mal ins Eichsfeld ein, und sagt ihr dann, was spezifisch deutsche Kultur ist. Danach kommt sie hier nie wieder her, und wir werden sie dann auch, Gott sei Dank, in Anatolien entsorgen können.“

Der AfD-Spitzenpolitiker weigerte sich bei einem TV-Auftritt in der Sendung „Hart aber fair“, sich für diese Äußerung zu entschuldigen. (dpa)