Vor zwei Wochen hat unsere Kolumnistin Mely Kiyak über Thilo Sarrazin und seinen Auftritt in der Sendung von Günther Jauch geschrieben. Mit einem Satz dieses Textes ist sie Sarrazin persönlich zu nahe getreten. Viele Leser haben diesen Satz als unzulässig und beleidigend empfunden. Wir haben kritische Reaktionen auf diese Kolumne veröffentlicht. Mely Kiyak hat in einer persönlichen Stellungnahme ihr Bedauern über die Formulierung ausgedrückt, Frankfurter Rundschau und Berliner Zeitung haben den Text von ihrer Website genommen, um das Zitat nicht weiter zu verbreiten. Damit sollte der Fall erledigt sein. Ist er aber nicht.

In rechtsextremen Internetforen, vor allem bei Politically Incorrect (PI), wird seitdem eine Hetzkampagne gegen unsere Autorin geführt, deren Name und Aussehen nicht ins deutschnationale Weltbild passen. Hunderte von Mails, Briefen und Anrufen erreichen uns. Die Motive der – meist anonymen – Absender sind eindeutig: Sie wollen ihren Hass gegen alles vermeintlich Fremde loswerden, wüste Drohungen ausstoßen, niedere Instinkte befriedigen. Das passiert nicht zum ersten Mal, wir haben über diese Jauchegrube des Internets bereits in der Vergangenheit ausführlich berichtet. Grundsätzlich neigen wir allerdings dazu, diesen intellektuellen Müll als solchen zu entsorgen, ohne ihm auch noch die Ehre der Aufmerksamkeit zu erweisen. Aber auch das hat Grenzen, die jetzt wieder deutlich überschritten sind.

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