Den Haag - Die Niederlande werden die Benutzung des Handys auf dem Fahrrad verbieten. Wer beim Telefonieren oder Schreiben von SMS erwischt wird, muss 95 Euro Strafe bezahlen. Die Benutzung des Telefons beim Radfahren sei gefährlich, sagte Justizminister Ferdinand Grapperhaus am Freitag in Den Haag dem niederländischen Radio. „Wir werden es den Leuten sehr deutlich machen, dass das die neue Norm im Verkehr ist, und dass wir streng kontrollieren.“

Das Verbot soll zum 1. Juli eingeführt werden und die Zahl der Fahrradunfälle reduzieren. 2017 waren 207 Menschen mit dem Fahrrad tödlich verunglückt. Experten schätzen, dass bei jedem vierten Fahrradunfall die Nutzung des Handys die Ursache ist. In den Niederlanden benutzt den Angaben zufolge jeder vierte beim Radfahren sein Handy, um zu telefonieren oder Musik zu hören.

Die Benutzung des Handys beim Autofahren ist schon lange verboten. Wer erwischt wird, muss 240 Euro Strafe bezahlen.

Die Hände müssen frei sein

In Deutschland wird die Nutzung des Handys auf dem Fahrrad rechtlich vergleichbar bewertet wie im Auto. Auch hier gilt: Will der Radfahrer kein Knöllchen riskieren, müssen die Hände frei sein. Telefonieren ist nur über einen Knopf im Ohr oder über eine Freisprecheinrichtung erlaubt. „Allerdings darf das Gespräch ihn auch dann nicht beeinträchtigen“, sagt Roland Huhn, Rechtsexperte des ADFC in Bremen.

Es droht hierzulande ein Bußgeld von etwa 25 Euro, wenn man mit dem Mobiltelefon in der Hand auf dem Rad erwischt wird. (dpa, red)