Kassel - Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke ist am Wochenende aus noch ungeklärten Gründen erschossen worden. Auf einer Pressekonferenz am Montagabend sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Horst Streiff, es gäbe keine Hinweise auf einen Suizid. 

Auch Hinweise auf den Täter oder das Motiv gäbe es noch keine, so LKA-Chefin Sabine Thurau ebenfalls am Montagabend. Lübcke sei an den Folgen einer Schussverletzung in den Kopf gestorben. Der Schuss sei aus nächster Nähe aus einer Kurzwaffe abgegeben worden.

Morddrohungen gegen Lübcke von Rechtsextremen

Lübcke hatte als politische Spitzenbeamter zehn Jahre lang das Regierungspräsidium Kassel geleitet, eine Verwaltungsbehörde auf mittlerer Ebene zwischen dem Land Hessen und seinen Gemeinden.

In der Vergangenheit hatte es gegen Walter Lübcke immer wieder Morddrohungen von verschiedenen rechten Gruppen gegeben. Eine davon sollen die die sogenannten „Reichsbürger“ sein, so „tagesschau.de”.

Auch AfD äußert sich auf Facebook

In sozialen Netzwerken wird Lübcke nun auch nach seinem Tod zunehmend von Rechtsextremen verhöhnt und beleidigt.

In rechtsextremen Facebook-Gruppen schreiben Nutzer sie hätten „kein Mitleid“, sprechen von „Karma“ und dem „Verrat Deutschlands“ durch Politiker, wie der Blog „Volksverpetzer.de“ in Screenshots belegt. Auch offizielle Facebook-Accounts der AfD äußern sich mit Häme zum Tod des Politikers.

Die LKA-Chefin bat darum, auf sozialen Medien nicht über die Tat und mögliche Hintergründe zu spekulieren. Sie betonte: „Wir ermitteln in alle Richtungen.“ Es seien eine Telefon-Hotline und eine Mailadresse für Hinweise von Zeugen eingerichtet worden. (kec mit dpa)