Ich betrachte Philosophie als die Verteidigung unserer Freiheit gegen die Macht der Gewohnheit, die uns in ihrer sanften Gewalt hat: im Denken, Sprechen und Tun. Diese unbesprochene Weltmacht, die Gewohnheit, war mir immer unheimlich und grauenerregend.

Wie Alice dem Kaninchen mit der silbernen Taschenuhr in seinen Bau folgt, um dann eine lange Zeit im freien Fall die seltsamsten Dinge in den Wandregalen des Falltunnels zu entdecken, so stürzte ich mich ungesund früh in dunkle Lektüren: Totalitarismusforschung, Tyrannenbiographien, NS-Historien und Nietzsches wunderbar schamlose Überheblichkeit waren die Begleiter meiner späten Teenie-Jahre. Hinzu kam die ewig alles wankend machende Fragentortur der sokratischen Dialoge. Die ältesten Eigenschaften, die ich an mir entdecke, sind eine Art Erklärungswut und eine fast körperliche Abneigung gegen Floskeln aller Art.

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