Berlin - Nicht nur die deutsche Öffentlichkeit sondern auch die internationale Presse schaut in den Tagen nach den Übergriffen auf Frauen zu Silvester nach Köln. Wie die deutschen Kollegen stellen sich auch die berichtenden, kommentierenden und analysierenden Journalisten aus dem Ausland die Frage, was genau passiert ist – aber auch was die Geschehnisse für Folgen haben werden. „Die Angriffe an Silvester, die arabischen und nordafrikanischen Männer zugeschrieben werden, drohen Deutschlands Flüchtlingsdebatte weiter anzufachen“, heißt es in der „Washington Post“.

Ähnliche Überlegungen werden in der „New York Times“ geäußert, die sich in einem langen Korrespondentenbericht mit den Geschehnissen auseinandersetzt. Die Attacken und die öffentliche Reaktion darauf stellten „eine neue politische Herausforderung für die Kanzlerin“ dar, deren Entscheidung, Flüchtlinge aus von Konflikten zerrissenen Ländern aufzunehmen, in großer Zahl Migranten in das Land gebracht habe.

„Auch jenseits der üblichen Kreise von Anti-Flüchtlingsaktivisten sind Bedenken zu hören, ob die Regierungspolitik einen zu hohen Preis an sozialer Stabilität hat“, heißt es nun in dem Artikel der „New York Times“. Dabei fehlt auch nicht der Verweis darauf, dass die Angriffe zunächst nicht von der Polizei herausgestellt wurden – und die nationale Debatte darüber erst mit Verspätung begann.

BBC zitiert OB Reker

Die BBC verweist in ihrer Berichterstattung darauf, dass führende Politiker die Deutschen mahnten, die Gewalt jetzt nicht mit der Ankunft der mehr als einer Million Flüchtlinge im vergangenen Jahr in Verbindung zu bringen, ja die Menschen nicht unter Generalverdacht zu stellen. Zitiert wird nicht zuletzt die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker.

Köln sei eine der ethnisch vielfältigsten Städte Deutschlands und habe als Stadt mit rund einer Million Einwohner im vergangenen Jahr etwa 10.000 Flüchtlinge aufgenommen, heißt es in der „New York Times“. Das klingt durchaus wohlwollend. Dennoch werden der Name Köln und Bilder des Doms mindestens in nächster Zeit auch international nicht selten hässliche Assoziationen auslösen.