Deutsch spricht er ungern bis kaum. Und auch optisch erinnert Patrick Schwarzenegger erst auf den zweiten Blick an seinen berühmten Vater Arnold. Dafür kann er – wie kürzlich im deutschen Frühstücksfernsehen zu erleben – mehr als passabel Schnitzel braten.

Anlass für seinen kurzen Berlin-Besuch war der jetzt angelaufene Kinofilm „Midnight Sun“, in dem der 24-Jährige nach kleinen Auftritten in „Kindsköpfe 2“ oder der Serie „Scream Queens“ seine erste große Rolle als Schauspieler übernimmt. Wir trafen den Amerikaner, der auch schon als Model arbeitete, Wirtschaft studierte und Teilhaber einiger Pizzerien ist, zum Interview allerdings in seiner Geburtsstadt Los Angeles.

Mr. Schwarzenegger, „Midnight Sun“ ist Ihre erste Kino-Hauptrolle – und gleich ein waschechter Liebesfilm. Sind Sie denn selbst Romantiker?

Auf jeden Fall. Nichts finde ich alberner als Kerle, die glauben, es sei unmännlich, Gefühle zu zeigen. Wir haben doch alle ein Herz und sehnen uns nach Liebe. Warum soll man das nicht zugeben?

Was haben Sie mit Charlie, den Sie in dem Film spielen, noch gemeinsam?

Wir lieben beide Sport und sehen gut aus (lacht). Vor allem bin ich genau wie er ein Kümmerer. Ich träume davon, jemanden in meinem Leben zu haben, für den ich sorgen kann. Und auch jenseits einer romantischen Beziehung ist es mein Ding, immer darauf zu achten, dass es allen um mich herum gut geht und ich das Beste aus ihnen heraushole.

Woher haben Sie diese Eigenschaften?

Mit Sicherheit von meiner starken Mutter und meinem starken Vater. Ich hätte mir keine tolleren Eltern wünschen können und habe wirklich alles von ihnen gelernt, was in meinem Leben wichtig ist. Den Wunsch, ein netter und guter Mensch zu sein, der anderen hilft, habe ich auch von ihnen geerbt.

Klingt so gar nicht nach verwöhnt-abgehobenem Promi-Söhnchen!

Glauben Sie mir: Mein Vater hat sich sein Leben lang den Allerwertesten aufgerissen, um das zu schaffen, was er in seinem Leben alles erreicht hat. Das letzte, was er geduldet hätte, wären verzogene Kinder. Natürlich ist er bereit, uns dabei zu helfen, unsere Träume zu verwirklichen. Aber er hat uns eben auch beigebracht, wie viel es wert ist, Dinge aus eigener Kraft zu schaffen. Ich habe keine Lust, mich auf meinem Nachnamen auszuruhen, sondern bin lieber selbst für mein Glück verantwortlich.

Ist es eigentlich schräg, einen Nachnamen zu tragen, den jeder kennt? An der University of Southern California, wo Sie studiert haben, gibt es ja sogar ein Schwarzenegger Institute …

Stimmt, das war ein bisschen kurios. Aber auch nicht unangenehm. Ist doch toll, einen Papa zu haben, auf den man stolz sein kann. Es gibt sowieso eigentlich kaum etwas im Leben, dem ich nicht die positive Seite abgewinnen kann.

Ihr Glas ist also immer halbvoll statt halbleer?

Mein Glas ist immer voll (lacht).

Warum sind Sie eigentlich nicht gleich ins Showgeschäft eingestiegen, sondern haben erst studiert?

Weil meine Eltern keinen Zweifel daran gelassen haben, wie wichtig Bildung ist. Und ich wollte diese College-Erfahrungen sammeln. Denn hier kann man ja vor allem „networken“! So viele Leute, die ich kenne, haben ihre später wichtigsten beruflichen Kontakte im Studium geknüpft. Ich hatte eine tolle Zeit an der Uni und kann das jedem nur empfehlen.

Könnten Sie sich also vorstellen, dorthin zurückzukehren und Ihren Master zu machen?

Das dann doch nicht. Ich habe das nächste Kapitel meines Lebens aufgeschlagen. Jetzt möchte ich mich in Hollywood etablieren.

Haben Sie denn in Ihrer Schauspielkarriere Vorbilder, denen Sie nacheifern?

Meine größten Idole sind James Dean und Marlon Brando. Das waren echte Ikonen, einfach unvergleichlich. Aber ich finde auch Kollegen wie Shia LaBeouf und Dane DeHaan toll. Und nicht zu vergessen Leonardo DiCaprio. Was für ein Typ. Ist doch der Hammer, dass er so unterschiedliche Rollen wie in „Wolf of Wall Street“ und „The Revenant“ stemmt. Von ihm würde ich mir gerne eine Scheibe abschneiden.

Und Ihr Vater? Wollen Sie sich von dem auch eine Scheibe abschneiden?

Na klar, warum denn nicht? Das, was mein Vater als Schauspieler gemacht hat, ist natürlich etwas vollkommen anderes als das, was ich im Sinn habe. Aber trotzdem lasse ich mir von ihm Tipps geben. Nichts im Leben fällt dir in den Schoß, sondern du musst immer hart arbeiten. Das ist die wichtigste Lektion, die ich von meinem Vater lernen kann. Man wird nicht über Nacht zum besten Schauspieler der Welt. Das klappt nur, wenn man sich anstrengt und immer dazulernt. Das ergibt Sinn, oder?