Rüdiger Nehberg ist ein drahtiger Mann, dem es schwerfällt, sitzen zu bleiben. Immer wieder springt er auf und zeigt mir, wie man an Armen und Beinen gefesselt im Wasser schwimmt oder wie er sich die Larven der Dasselfliege aus den Beinen presste. Als Survival-Pionier hat er so einiges erlebt. Wir sind in seinem schönen Haus, eine ehemalige Mühle, in Rausdorf 22 Kilometer östlich von Hamburg. Nehberg hört aufmerksam zu, und er erzählt gerne. Er tut das sehr oft. Nicht nur in seinen Büchern, sondern auch in vielen Vorträgen. Nehberg, der in einem Monat achtzig wird. zeigt keine Spur von Müdigkeit. Im Gegenteil, je länger das Interview dauert, desto mehr kommt er in Fahrt.

Herr Nehberg, 25 Jahre lang waren Sie Chef einer Konditorei mit fünfzig Angestellten.

Die Konditorei existiert noch immer. In Hamburg, unmittelbar an der U-Bahn-Station Wandsbek Gartenstadt. Ich hörte damit auf, als der Konkurrenzdruck stärker wurde, ich mich also mehr hätte um das Geschäft kümmern müssen, mich aber stärker für die brasilianischen Yanomami-Indianer einsetzen wollte – da wählte ich die Freiheit und verkaufte den Laden. Ein Mitarbeiter übernahm ihn. Er macht das sehr gut. Ich muss mich wirklich nicht schämen. Es steht ja immer noch Konditorei Nehberg dran.

Wenn Sie nichts als diese Läden aufgebaut hätten, wäre Ihr Leben schon eine Erfolgsgeschichte. Sie haben sich aber außerdem noch um Menschenrechtsfragen gekümmert und in Deutschland das Thema Survival, die Kunst zu überleben, eingeführt. Heute ist das ein Branche. Das ist ein Vielfaches von dem, was in ein Menschenleben passt.

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