Frau Breymaier, die Große Koalition hat einen neuen Entwurf zum Prostitutionsgesetz ausgearbeitet. Was halten Sie von der Gesetzesnovelle?

Meine wesentliche Kritik ist, dass sich das Gesetz an der deutschen Gelegenheitsprostituierten ausrichtet, die es jedoch  immer weniger gibt. Diese Prostituierte hat natürlich kein Interesse daran, dass ihr Name bei irgendeiner Behörde registriert und in Zusammenhang mit Prostitution gebracht werden kann, weil diese Frauen auch wissen, dass Prostitution eben kein normaler Beruf ist. Die osteuropäische Armutsprostituierte hat dagegen ein hohes Interesse daran, registriert zu sein. Denn wer hier hergeschleppt wird, wem der Pass abgenommen, wer in irgendwelchen Wohnungen eingesperrt ist, wer keine Krankenversicherung hat, ist in Deutschland nicht existent. Wenn diese Frauen aussteigen wollen, haben sie überhaupt keine Ansprüche an unsere Sozialsysteme. Sie können nicht nachweisen, schon Jahre hier zu sein. 

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