Passanten laufen an einem Gebäude vorbei, dass bei den jüngsten Protesten zerstört wurde.
Foto: AP Photo/Vahid Salemi

TeheranNach dem Ende der jüngsten Proteste, hat die Iranische Regierung am Montag im Staatsfernsehen erklärt, dass unbewaffnete Demonstranten auf Befehl erschossen wurden. Die Opfer wurden als "Randalierer" bezeichnet. Wie Amnesty International bekannt gab, wurden dabei mehr als 200 Menschen getötet. 

"Diese schockierende Zahl von Todesopfern zeigt die  Missachtung des menschlichen Lebens durch die iranischen Behörden“, sagte Philip Luther, Direktor für Forschung und Anwaltschaft für den Nahen Osten und Nordafrika bei Amnesty International. „Diejenigen, die für dieses blutige Vorgehen bei Demonstrationen verantwortlich sind, müssen für ihre Handlungen zur Verantwortung gezogen werden. Da die iranischen Behörden zuvor gezeigt haben, dass sie keine unabhängigen, und unparteiischen Ermittlungen gegen Tötungen und willkürliche Gewalt gegen Demonstranten durchführen wollen. Wir fordern die internationale Gemeinschaft auf, sich hier einzuschalten. “

Scharfschützen und Internetsperren gegen Demonstranten

Nach Augenzeugenberichten sollen auch Scharfschützen zum Einsatz gekommen. Leichen sollen von Straßen und aus Krankenhäusern gebracht worden sein, um die Lage unübersichtlicher zu gestalten. 

Seit dem 15. November gab es Proteste im Iran, nachdem Regierung unerwartet eine drastische Erhöhung der Benzinpreise verkündete. Die Bevölkerung litt bereits unter einer laufenden Wirtschaftskrise. Demonstranten sangen Parolen gegen das Regime. Als Reaktion sperrte die Regierung das Internet und ging zum Teil brutal gegen die Demonstranten vor.