Ischinger gegen nuklearen Ausstieg Deutschlands

Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz hält die nukleare Abschreckung für weiterhin notwendig.

Wolfgang Ischinger.
Wolfgang Ischinger.

Berlin - Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hat vor einer Abkehr von der nuklearen Teilhabe Deutschlands gewarnt. "Einseitiger nuklearer Ausstieg bedeutet Verzicht auf Abschreckung und Verteidigung und wäre massiv schädlich für das Bündnis, besonders für unsere östlichen EU- und Nato-Partner", sagte Ischinger der Düsseldorfer "Rheinischen Post".

Polen würde sich von Deutschland im Regen stehen gelassen fühlen. "Wollen wir, dass Polen dann statt Deutschland Nuklearwaffen stationiert und damit die Nato-Russland-Grundakte verletzt?", gab Ischinger zu bedenken. Und er stellte die Frage, ob die SPD sich über mögliche russische Reaktionen darauf im Klaren sei. SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich hatte zuvor die nukleare Teilhabe Deutschlands, also die Bereitstellung von Luftwaffenjets zum Transport taktischer Atomwaffen und deren Lagerung in Deutschland, infrage gestellt.