Ein kalter Wind weht an diesem Sonnabendmittag über den Landschaftsfriedhof in Gatow. Polizeiwagen stehen an der Zufahrt, um die ordnungsgemäße Zufahrt zum Friedhof zu gewährleisten, hieß es. Denn immerhin hatte der Organisator der Beisetzung für den in Dresden getöteten Asylbewerber aus Eritrea, Khaled Idris Bahray, eintausend Teilnehmer angemeldet.

Rund 250 Menschen sind gekommen, aus ganz Deutschland, Italien, Schweden. Die Landsleute des Toten haben sich an der Trauerhalle eingefunden. Eine Frau hält ein Taschentuch in den Händen, sie weint. Die Frau ist die Tante des Toten, der jeden Moment eintreffen muss. Sie ist extra aus der Nähe von Essen angereist, um ihrem Neffen die letzte Ehre zu erweisen. "Er hat ganz früh seinen Vater verloren. Deutschland war für ihn das Land der Hoffnung", sagt sie. Khaled habe den harten Weg durch die Wüste und die lebensgefährliche Überfahrt nach Europa überlebt. Und dann sei ihm hier der blanke Hass und schließlich der Tod begegnet.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.