Jaka Bizilj, Gründer von Cinema for Peace und Organisator des Krankentransports des russischen Oppositionellen Nawalny.
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Berlin - Jaka Bizilj ist der Mann, der den vergifteten Kreml-Kritiker Alexej Nawalny nach Berlin geholt hat. Spontan, wie er vor der Charité erklärte, und ohne Nawalny persönlich zu kennen. Jaka Bizilj, geboren 1971 in Slowenien, aber seit langem in Berlin zu Hause, hat mit dieser Aktion auf einen Anruf aus Moskau reagiert. Am Telefon war Pjotr Wersilow, Pussy-Riot-Aktivist, der ihn um die Hilfe bat, die ihm selbst vor zwei Jahren durch Bizilj zuteil wurde, nachdem er in Moskau vergiftet worden war: einen Krankentransport nach Berlin.

Wer ist dieser Mann, der in der Lage ist, einen solchen Transport zu organisieren und auch zu bezahlen? Was man weiß: Bizilj ist Film-, aber auch Musicalproduzent, Veranstalter von Konzerten, und das, seit er 24 war. Seine Spannbreite ist erstaunlich. Er hat in diesem Jahr das Konzert „The Magical Music of Harry Potter“ produziert, aber er ist auch Regisseur des Films „The Voices of Srebrenica“ (2015), in dem die Überlebenden des Genozids erzählen. Und er ist Gründer von Cinema for Peace, einer Initiative mit Sitz in Berlin, die er 2002 als Reaktion auf die Terroranschläge am 11. September ins Leben rief. Ihr Ziel: sich im humanitären, gesellschaftlichen und politischen Bereich zu engagieren, Filmemachern eine Plattform zu bieten. Es ist diese Organisation, über die Nawalnys Flug organisiert worden ist.

Jalka Bizilj hat ein eindrucksvolles Netzwerk von Prominenten um sich geschart, die jährliche Cinema-for-Peace-Gala während der Berlinale gibt davon Zeugnis. Ai Weiwei hat sich dabei mit einer Installation aus den Schwimmwesten Geflüchteter eingebracht. George Clooney, Angelina Jolie, mit der Bizilj einen Film produziert hat, Sean Penn und Leonardo DiCaprio schicken Grußbotschaften.

Der Mann, der vor der Charité vor die Kameras trat, macht einen selbstbewussten Eindruck. Er tut schließlich Gutes. Dabei kann er sich auf sein Netzwerk verlassen, sagte Hilfe zu, ohne sich vorher zu versichern, dass es Sponsoren gibt. Heikle politische Lagen schrecken ihn offenbar nicht ab, für unmöglich hält er wohl wenig. „Die deutschen Behörden haben bei dem Transport kooperiert“, sagte er. Nicht umgekehrt.