London/Madrid - Nach den USA belegt auch Großbritannien Verdächtige im Fall des getöteten saudiarabischen Jourmalisten Jamal Khashoggi mit Einreisesperren.

Den saudiarabischen Verdächtigen in dem Fall werde das Visum entzogen, erklärte die britische Premierministerin Theresa May am Mittwoch in London. „Wenn diese Personen derzeit über ein Visum verfügen, dann wird es ihnen heute entzogen.“

„Die Interessen Spaniens schützen““

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat nach dem gewaltsamen Tod des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi einen Stopp der Waffenexporte seines Landes nach Saudi-Arabien ausgeschlossen. Er müsse „die Interessen Spaniens schützen“, sagte Sánchez am Mittwoch vor dem Parlament in Madrid. Spanien ist nach Angaben des Instituts für Friedensforschung Sipri nach den USA, Großbritannien und Frankreich der viertgrößte Waffenlieferant Saudi-Arabiens.

„Ich muss hier und heute die spanischen Interessen schützen, die strategischen Interessen, zumal diese in Regionen angesiedelt sind, die vom Drama der Arbeitslosigkeit besonders betroffen sind“, betonte der Sozialistenchef in Anspielung auf einen lukrativen Vertrag Riads mit dem staatlichen Rüstungsunternehmen Navantia.

Das in der strukturschwachen Region Andalusien angesiedelte Navantia soll fünf Korvetten liefern und dafür 1,8 Milliarden Euro bekommen. Durch das Geschäft entstehen 6000 Arbeitsplätze. Am Dienstag hatte der Verteidigungsausschuss des Parlaments in einer ersten Entscheidung Anträge von linken sowie von regionalen Parteien für einen Stopp der Exporte abgelehnt. Die Debatten gehen dennoch weiter. (afp, dpa)