„Seit einiger Zeit machen wir bei jedem Grundstücksgeschäft von unserem Vorkaufsrecht Gebrauch“, sagte der Bürgermeister der Gemeinde Gägelow, Uwe Wandel (parteilos), der Nachrichtenagentur dpa. „Zwei Grundstücke fehlen uns noch, dann haben wir alle, die verfügbar sind.“

Jamel gehört zu Gägelow in Mecklenburg-Vorpommern, jeder zweite der 37 Einwohner des Dorfes wird der rechtsextremen Szene zugerechnet. Bisher habe die Gemeinde knapp zwei Hektar in Jamel erworben, sagte Wandel. Bei einer Liegenschaft streite sich die Kommune vor Gericht mit dem Kaufinteressenten, der das Vorkaufsrecht nicht akzeptieren wolle. „Bei dem Käufer handelt es sich um ein Mitglied der rechtsextremen Szene“, sagte der Bürgermeister. Das Land unterstütze Gägelow bei dieser Strategie, damit die Kommune auch den nötigen finanziellen Spielraum habe.

Wenn alle angepeilten Grundstücke gekauft sind, soll ein Entwicklungsplan für Jamel aufgestellt werden. Was konkret vorgesehen ist, darüber schweigt der Bürgermeister noch. In jedem Fall muss es eine Investition von herausragendem Interesse für die Gemeinde sein, denn nur das rechtfertigt das Vorkaufsrecht der öffentlichen Hand, wie Wandel betonte. „Das ist auch richtig so, dass die Kommune in Grundstücksgeschäfte nur eingreifen darf, wenn es im Interesse der Allgemeinheit ist.“

Nach Wandels Beobachtung versuchen die Rechtsextremen in Jamel nach wie vor, die Dorfgemeinschaft nach ihren Vorstellungen zu prägen. „Die Leute sind sehr, sehr aktiv“, sagte er. Ein führender Kopf der Szene in dem Dorf war im August wegen illegalen Waffenbesitzes und Hehlerei zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. „Die Terrorzelle von Zwickau hätte auch in Jamel sein können“, ist Wandel überzeugt. (dpa)