Jarasch empfindet Wahlkampf als Art von Schizophrenie

Die Spitzenkandidatin der Grünen für die Berliner Wiederholungswahl am 12. Februar, Umweltsenatorin Bettina Jarasch (54), empfindet ihren Wahlkampf gegen die...

Bettina Jarasch, Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen, nimmt an einer Pressekonferenz teil.
Bettina Jarasch, Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen, nimmt an einer Pressekonferenz teil.Monika Skolimowska/dpa

Berlin-Die Spitzenkandidatin der Grünen für die Berliner Wiederholungswahl am 12. Februar, Umweltsenatorin Bettina Jarasch (54), empfindet ihren Wahlkampf gegen die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) ein stückweit als schizophren. Sie habe ihrer Kabinettskollegin gesagt, „dass wir mit diesem Konkurrenzkampf gut umgehen müssen und uns gegenseitige persönliche Verletzungen ersparen sollten“, sagte Jarasch im Interview von „Zeit Online“.

„Trotzdem gebe ich zu: Wir befinden uns bis zum 12. Februar in einer Art gelebter Schizophrenie. Im Senat müssen wir weiter durchregieren und uns einigen, im Wahlkampf sind wir Konkurrentinnen.“ Sie habe sich vorgenommen, mit Giffey (44) im Wahlkampf hart in der Sache zu streiten, aber menschlich anständig zu bleiben.

Als Schizophrenie wird eine psychische Erkrankung bezeichnet, bei der Menschen Psychosen erleben. Das sind Phasen, in denen sie die Welt oft ganz anders wahrnehmen, als sie es normalerweise tun, und sich auch anders verhalten.

Giffey und Jarasch regieren seit Dezember 2021 gemeinsam im rot-grün-roten Berliner Senat. Anders als Giffey haben sich die Grünen zur Fortführung der Koalition nach der Wahl bekannt - gerne unter ihrer Führung. Weil bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus im September 2021 viele Probleme und Fehler auftraten, ordnete der Berliner Verfassungsgerichtshof eine komplette Wiederholung an.