Im Jemen sind wegen der saudi-arabischen Blockade nach Einschätzung der Vereinten Nationen die Leben von Millionen Menschen bedroht. Diese könnten verhungern, wenn die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition die See- und Flughäfen weiter blockiere, warnte der UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcok am Mittwoch (Ortszeit) vor Journalisten in New York, nachdem er den Sicherheitsrat über die aktuelle Lage in dem Land unterrichtet hatte.

„Es wird nicht wie die Hungersnot im Südsudan in diesem Jahr sein, wo Zehntausende Menschen betroffen waren. Es wird nicht wie die Hungersnot 2011 in Somalia sein, wo 250000 Menschen ums Leben gekommen sind. Es wird die größte Hungersnot sein, die die Welt seit vielen Jahrzehnten gesehen hat - mit Millionen von Opfern“, sagte er. 

Die Vorräte der Vereinten Nationen für notleidende Menschen im Jemen reichen nur noch für wenige Wochen. „Im November können wir die Menschen noch versorgen, im Dezember nicht mehr“, sagte der Leiter des UN-Nothilfebüros Ocha im Jemen, George Khoury, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Durch die Schließung zweier wichtiger Häfen sei die Versorgungskette bereits jetzt unterbrochen, sodass es zu Engpässen kommen werde.

Im Jemen kämpfen seit 2014 schiitische Huthi-Rebellen und mit ihnen verbündete Militäreinheiten des gestürzten Staatschefs Ali Abdallah Saleh gegen Truppen des international anerkannten Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi. Ein saudi-arabisch geführtes Militärbündnis unterstützt die international anerkannte Regierung des Jemen und bombardiert seit rund zweieinhalb Jahren Stellungen der Rebellen aus der Luft. Seitdem wurden mehr als 8600 Menschen getötet. Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. (dpa, afp)