Berlin - Herr Spahn, die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer hat davor gewarnt, wenn man die Ehe für Homosexuelle öffne, dann werde irgendwann vielleicht auch die Ehe für Verwandte oder die Vielehe folgen. Sie haben sie gegen Kritik verteidigt. Warum?

Ich sehe das in der Sache anders, zumal sowohl die Verwandten- als auch die Vielehe im breiten gesellschaftlichen Konsens ausdrücklich gesetzlich verboten sind. Aber ich werbe für eine offene und ehrliche Debatte, nur so dringen wir zum Kern vor und nehmen die Menschen mit. Und wer Toleranz und Respekt für sich einfordert, muss sie auch anderen und deren Positionen entgegenbringen. Der Debattenraum in Deutschland verengt sich immer mehr: Wer wie ich ein Problem mit der Burka hat, gilt gleich als islamophob, wer auf objektive Probleme bei der Integration hinweist, ist ausländerfeindlich, und für wen die Ehe aus seinem bisherigen Verständnis eine Verbindung von Mann und Frau ist, der ist homophob. Wer Menschen mit ihren Fragen so abstempelt, darf sich nicht wundern, wenn die irgendwann zumachen.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.