Berlin - Schlechte Nachrichten von Moderna: Der US-Impfstoffhersteller hat nun auch Lieferprobleme. Das geht aus einer Liste des Bundesgesundheitsministeriums hervor, die an die Staatskanzleien der Bundesländer verschickt wurde.

Danach wird Moderna nahezu allen Bundesländern bis Mitte Februar weniger Impfstoffe liefern als bislang angekündigt. Insgesamt werden statt 226.800 Impfdosen nur 182.400 zur Verfügung gestellt. Von den Kürzungen sind fast alle Bundesländer betroffen. Lediglich das Saarland soll wie vorgesehen in den nächsten beiden Wochen 2400 Impfdosen erhalten. Allen anderen Länder müssen mit weniger auskommen. Die Menge für Bremen wurde sogar halbiert. Der Stadtstaat erhält nur 1200 statt 2400 Dosen. Hamburg bekommt statt 4800 nur 3600 Impfdosen von Moderna.

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher hatte das am Nachmittag in einem Tweet kritisiert. „Gerade teilt das Bundeskanzleramt mit, dass jetzt auch die zugesagten Lieferungen der Moderna-Impfstoffe reduziert werden“, schrieb der SPD-Politiker. „Wie soll man da die Impfungen planen.“

Auch Berlin und Brandenburg bekommen weniger

Auch nach Berlin und Brandenburg reduziert Moderna bis 14. Februar Lieferungen. Berlin erhält nur 8400 statt 9600 Dosen. Auch Brandenburg erhält 1200 Dosen weniger: Dort sind nun 6000 Impfdosen angekündigt.

Das Bundeskanzleramt verwies auf Nachfrage auf das Bundesgesundheitsministerium (BMG): „Die Kommunikation über Lieferungen von Impfdosen erfolgt über das BMG“, sagte ein Sprecher. „Das Bundeskanzleramt gibt dazu selbst keine eigenen Zahlen heraus sondern leitet lediglich die Zahlen des BMG an die Länder weiter.“ Die Liste, die unter anderem nach Hamburg gegangen war, diente offenbar zur Vorbereitung des Impfgipfels mit Bundesregierung, Ländern und Pharmafirmen. Er soll am Montag stattfinden und Lösungen für eine schnelle Impfstoffproduktion erarbeiten.

Es gibt aber einen Lichtblick: Nachdem Biontech/Pfizer die Liefermengen zuerst reduziert hatte, kündigte die Firma nun an, in den nächsten Wochen mehr Impfdosen zuzustellen. Laut Lieferliste des Unternehmens liefert Biontech in der kommenden Woche rund 56.000 Impfdosen mehr als angekündigt, bis zum 21. Februar noch einmal 158.000 mehr als angekündigt.

Die Liefermenge steigt: Gute Nachrichten von Biontech

Dies würde das Defizit durch Moderna mehr als kompensieren. Die Bundesländer stellt es dennoch vor organisatorische Probleme. Der Impfstoff von Biontech/Pfizer muss bei minus 70 Grad gekühlt werden, bei Moderna genügen etwa minus 20 Grad Celsius. Biontech muss nach dem Auftauen innerhalb von fünf Tagen verimpft werden, Moderna ist bei Kühlschranktemperatur immerhin 30 Tage verwendbar.

Trotz allem Ärger mit der EU-Kommission kommt nun auch der Impfstoff von Astrazeneca in Deutschland an. Bis Mitte Februar sollen 1,5 Millionen Dosen eintreffen – so kündigt es jedenfalls die Firma an. Der Impfstoff ist für alle Altersklassen ab 18 Jahren zugelassen, soll in Deutschland aber nur an Menschen unter 65 Jahren verimpft werden. Gesundheitsminister Jens Spahn kündigte dazu am Sonnabend eine Änderung der Impfverordnung an. Allerdings wird sich an der Priorisierung vermutlich nichts ändern. Spahn verwies darauf, dass es auch in der Priorisierungsgruppe 1 viele Menschen unter 65 Jahren gebe.