Köln - Mir ihrer Fotoreihe „Consent“ sorgte Emma Holten vor einem Jahr für Aufsehen. Die dänische Journalistin veröffentlichte Akt-Bilder von sich im Internet - selbstbewusst und unter ihrer Kontrolle.

Vorausgegangen war folgendes: Ein Unbekannter, damals war man noch von ihrem Ex-Freund ausgegangen, hackte ihren Mail-Account und stellte Nacktaufnahmen von ihr ins Internet. Holten kämpft seither dafür, dass die Aufnahmen gelöscht werden.

RTL zeigt die Aufnahmen ohne Erlaubnis

Nun hat RTL die Aufnahmen von Holten weitgehend unverpixelt in ihrer Show "Die zehn pikantesten Geschichten der Welt" gezeigt - zur Primetime im deutschen Fernsehen. "Ich habe den Beitrag gesehen. Ich fühle mich extrem missbraucht", sagt Holten gegenüber der "Welt".

Offenbar zeigte der Sender die Aufnahmen ohne Erlaubnis des Opfers. Nun droht eine Klage: „Ich bin schockiert, dass RTL nicht versucht hat, mich zu kontaktieren, und die Bilder nicht verpixelt hat“, so Holten zu der Tageszeitung. „Ich kann nicht fassen, dass sie Rachepornografie im Fernsehen gezeigt haben.“

Bei einem Racheporno kann es sich sowohl um Bild-, als auch um Videomaterial handeln, dass - ohne Einwilligung des Opfers - ins Internet gestellt wurde.

Rechtliche Schritte angekündigt

Die Dänin will nun rechtlich gegen den Sender vorgehen. „Auf vielen der Fotos, die RTL zeigt, bin ich definitiv nicht einmal 18 Jahre alt“, so Holten weiter. RTL würde darüber hinaus behaupten, ihr Ex-Freund sei dafür verantwortlich. Das kann Holten mittlerweile aber ausschließen: "Das ist eine Lüge und Diffamierung“.

Auf Anfrage der Welt teilte ein RTL-Sprecher mit: „Sie über das erneute Aufgreifen ihrer Geschichte in ‚Die 10…‘ im Juni 2016 nicht vorab informiert zu haben, war eindeutig ein Fehler von uns! Dafür haben wir uns bei ihr entschuldigt." (msc)